Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1904)
- Article
- Das Judentum und der Staat
- Date
- 1904-10-01
- Page
- 511 (sequence 1)
- Language
- German
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Lelischvift des ktstrlllvkrcks ikllWtt Stastsberzkl Disches ElaghesS. Grscheiuk zwolfmal im Iahrr. X. Acrhrrg. Berlin, Oktober 1904. "glr. 10. Aas Judentum und der Staat. Nach einem Vorträge des Herrn Professor M. Philippson, gehalten in der ordentlichen Versammlung des (Lentralveremes Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, am 5. Oktober 1904. »ewiß hat man Recht", begann der Redner, „wenn man den törichten Vorwürfen, die ein boshafter oder abgeschmackter Radau-Antisemitismus dem Judentum und den Juden macht, in keiner Weise Rechnung trägt. Anders aber steht es doch mit den Einwendungen, die besonnene und ruhige Männer, Männer der Wissenschaft und der Politik, nicht sowohl gegen die Juden selbst als gegen das Judentum erheben, und darunter ist eine Einwendung und ein Vorwurf, die wir leider nur allzu oft zu hören bekommen: das Judentum bildet ein zersetzendes Element im Staats- und Geseüfchaftsleben, es wirkt auflösend auf den Staat und besonders auf den monarchischen Staat, es verbindet sich überall mit den extremsten und radikalsten Parteien. Meine Damen und Herren! Das ist ein Vorwurf von schwerwiegender Bedeutung, der in der Praxis leider nur allzuviel Geltung findet. Sie wissen ja, daß die Greueltaten, die in Rußland gegen hje Juden in der neuesten Zeit verübt worden sind, sich hauptsächlich auf dieses Vorgeben stützen. Das haben russische Staatsmänner und Generale oft ausgesprochen. Vor allem der verstorbene Minister Plehwe hat dies aller Welt und den Juden selbst deutlich gesagt. Aber wir brauchen nicht nach Rußland zu gehen, verehrte Anwesende; auch in unserem eigenen Vaterlande wird dieses Urteil von den höchsten und maßgebendsten Stellen des Staates gefällt.