Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1904)
- Article
- D. R., Berlin
- Date
- 1904-07-01
- Page
- 446 (sequence 3)
- Language
- German
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446 Im deutschen Reich. Handwerks und des Mittelstandes ausgegeben haben, ist vor Gericht konstatiert worden, daß sie mit Treu und Glauben schmählich umgesprungcn sind und Hunderten von kleinen Leuten die Zehr- und Sparpfennige abgegaunert haben." Poststempel Charlottenburg. Dem unbekannten Spender, der mit der Bleistiftnotiz „Wenig aber herzlich! Ein kleiner Beitrag—" uns zugegangenen Zwei Mark freundlicher Dank! K. L., Arvswalde. Daß der „Bund der Handwerker" in dem WahN'rei'e des sogenannten „Mittelstands! etters" einen schweren Stand haben würde, war vorauszusehen. In einem Wahlkreise, der von Ahlwardt auf den Bruhn gekommen ist, wird man sich schwer dazu aufmffen, die Vertretung der Berufsinter >ssen von der speziellen antisemitischen Bewegung zu trennen. Das Organ Bruhns berichtet über die dort abgehattene Versammlung des Handwerkerbundes: „Herr- Walter, der frühere Antisemit, jetziger Ehegatte einer Jüdin, hatte die Versammlung einberufen. Der Vorsitzende des Handwerkerbundes, Herr Seifert aus Greiffenberg in Schlesien, hielt den Vortrag. Seiner Aufforderung, in den Handwerkerbund einzutreten, folgte zunächst eine freie Aussprache, in der die Anhänger des Deutschen Mittelstandsbundes (Deutscher Antifemiten-Bund), die Stadtverordneten Mantei und Zeglin, die Anwesenden aufforderten, nicht in den Bund der Handwerker einzutreten. Von den ca. 100 Anwesenden erklärten sich schließlich 3 bereit, in den Bund der Handwerker eintreten zu wollen, worüber die Herren Seifert und Walter ganz aus dem Häuschen gerieten." % L., Köln a. Rh. Wir nehmen von Ihrer gefl. Mitteilung Kenntnis, daß die Villa Orania (Besitzer: Wilhelm Schnitter) in Neuenahr denjenigen Erholungsorten zuzuzählen ist, in denen jüdische Besucher nicht willkommen sind. L. V., Kassel. Herrn vr. Th. Funke in Kassel, Wilhelmshöher Allee 27, ist seit 10 Jahren Arzt; er soll sich bei feiner Niederlaffung in Hagen i. W. zuerst als Naturarzt ausgegeben und erst später dort allgemeine Praxis ausgeübt haben. In Hagen galt er keineswegs als Antisemit; wenn er sich als Ihr Mitbürger jetzt in Postkarten selbst die Charge „Antisemit" beilegt, so liegt es in seinem und in unserem Interesse, dies zu veröffentlichen. Ob sich unsere Herren Gegner zu dieser Acquisition zu beglückwünschen haben, darüber enthalten wir uns des Urteils. O. I., Heilbronn. Wir entsprechen Ihrem Wunsche,' indem wir Ihre Mitteilung hier wörtlich abdrucken: „Die hiesige jüdische Firma S. H. ließ durch einen Vertreter dem Herrn E. Tengelmann,