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Im deutschen Reich · 1904-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1904) · p. 442

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1904)
Article
Einer für Viele
Date
1904-07-01
Page
442 (sequence 3)
Language
German
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442 Hm deutschen Reich. wegen hiermit im Grunde des § 138 c Gewerbeordnung die erste Warnung mit dem Aufträge, die eingangs erwähnte» Tafeln und Gläser sofort aus Ihrem Gewerbetriebe zu beseitigen... Der k. I Statthaltereirat: Dr. v. Maurig m. p." Wie dem „Prager Tagblatt" aus Karlsbad berichtet wird, ist Thomas diesem Aufträge nachgekommen, hat aber neue Tafeln folgenden Inhalts angebracht:. Nur infolge behördlichen Zwanges werden Juden hier geduldet!" Der Elifabethhof liegt an der äußersten Peripherie des Kurorts, wohin sich selten ein Badegast verirrt; der widerspenstige Thomas setzt offenbar den Widerstand nur fort, um von seinem kleinen Wirtshaus reden zu machen. S. C., Berlin. Auf der Rückseite des „Pücklcr-Flugblattes" vom 21. Juni, welches die Ucberjchrift „Volksgenoffen — Achtung" aufwics, befand sich eine auszufüücnde Beitrittserklärung mit der folgenden fettgedruckten Schlußbemerkung: „Beitrag mindestens I Mk. vierteljährlich. Kein Eintrittsgeld. — Anmeldungen sind an die Geschäftsstelle des Deutschen Antifemiten-Bundes, Berlin 81V. 48, Friedrichstr. 16, zu senden. — Die Mitgliederliste wird geheim gehalten." Damit bekennt der Deutsche Antisemiten-Bund unverblümt, daß viele nur durch diese Zusage der Geheimhaltung für ihn zu gewinnen sind, weil sie sich die Zugehörigkeit zu diesem Bunde entweder nicht als Ehre anrechnen, oder durch dieselbe geschäftiiche bezw. gesellschaftliche Nachteile befürchten. Tatsächlich mögen sich solche „unter dem Siegel der Verschwiegenheit" dem Bunde angcgliederte Antisemiten dann nicht entblöden, im Verkehr mit Juden tolerante Gesinnungen zu heucheln, einen ihnen Annehmlichkeiten oder Gewinn verschaffenden Verkehr mit freisinnigen Christen oder gebildeten bezw. wohlhabenden Juden fortzusetzen, aber hinter ihrem Rücken dann auf Leute, deren Kundschaft oder Verkehr sie um keinen Preis verlieren möchten, zu schimpfen und zu Hetzen. Derartige gesinnungslose Mitkämpfer sind — wie die erwähnte Beitrittserklärung beweist — dem Deutschen Antisemiten-Bunde willkommen und wir, die wir mit blankem Schilde und ehrlichen Waffen Selbstverteidigung im Lichte der Oeffentlich keit üben, muffen uns mit solchen — dunklen „Ehrenmännern" herumschlagen! B. G., Berlin. Als ein Beitrag zu dem Kapitel „Die Juden jm Heere" verdient auch die Tatsache Erwähnung, daß unser Dereinsmitglied, Herr S. Leszcynski in Charlottenburg, der am 3. Juni dieses Jahres mit seiner Gemahlin die goldene Hochzeit feierte und dabei die goldene Ehejubiläums - Medaille empfing, zu den ersten jüdischen Soldaten gehörte, die 1849 bei der Garde dienten. Bei

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