Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1904)
- Article
- Mitteilungen der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler
- Date
- 1904-07-01
- Page
- 400 (sequence 1)
- Language
- German
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400 Im deutschen Reich Mitteilungen der Ksfessfchaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler. Heft III und IV. Herr Heinrich Frauberger, der Direktor des Düsseldorfer Kunstgewerbemuseums, welcher im Aufträge des oben bezeichnten, in Frankfurt a. M. domizilierenden und von den dortigen Gönnern geleiteten Vereins bereits im Jahre 1900 und 1901 in zwei reich mit Abbildungen ausgestatteten Heften über „Zrvcck und Ziel der genannten Gesellschaft im allgemeinen" und über „Bau und Ausschmückung alter Synagogen" sich verbreitete, hat, nachdem im Jahre 1902 keine Publikation erfolgt war, im Oktober 1903 ein Doppelheft herausgeqeben, welches „alte Kulrusgegenstände in Synagoge und Haus" im einzelnen behandelt. Wir haben bereits die beiden ersten Hefte in diesen Blättern besprochen und finden j-tzt unser günstiges Urteil'über das Unternehmen in vollstem Maße bestätigt. Einem großen Teile, wir können vielleicht sagen den meisten unserer jüdischen Zeitgenossen, sind die in diesem Hefte beschriebenen Gegenstände fast völlig fremd, da ihre Erziehung sie aus dem jüdischen Milieu herausgeiührt hat. Es wäre verlockend, zu erörtern, ob und inwieweit diese Richtung der Erziehung berechtigt ist. Aber wir können auf dieses weirschichtige Thema hier nicht eingehen. Wir wollen uns nur auf die Bemerkung beschränken, daßin unserem Jahrhundert diese bei den Juden beobachtete assimilierende Bewegung nicht eine vereinzelte. Erscheinung bildet. Ganz im Gegenteil! Eisenbahnen, Telegraphen, alle Fortschritte in der Erkenntnis der Naturkrafte und in ihrer Ausnutzung haben die Nationen einander so nahe gebracht, daß ihre Verschiedenheiten sich vielfach ausgleichen. Das Zeitalter steht eben unter dem Zeichen des Verkehrs; Orient und Oecivenr sind nicht mehr zu trennen. Aber umwmehr ist es nötig, dasjenige, was noch an Eigentümlichkeiten vorhanden ist. sorgsam zu sammeln und in Museen und literarischen Sammelwerken niederzulegen. Aus diesen Erwägungen heraus find die vielfach verzweigten wissenschaftlichen Disziplinen der