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Im deutschen Reich · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. 367

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
[Ohne Titel]
Date
1904-06-01
Page
367 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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VereinSnachrichten. 367 sind. Unter den enteren befinden sich 16 Juden, zuzüglich eines, der kürzlich verstorben ist, unter den letzteren nach obigem 4, also 25 o/o, nicht 35%; Notare unter den christlichen Anwälten sind hiernach mehr als doppelt so viel, wie 9*%. Nach dem jüngsten Berichte des Vorstandes der Anwaltskammer gab es in Sachsen 724 Anwälte, worunter 221 Notare, also über 30 %. Allerdings ist in den kleineren Orten der Prozemsatz der Notare ein höherer, wie in den großen Städten. Immerhin steht fest, daß in diesem Bundesstaate ber der Ernennung zu Notaren keine Differenzierung nach dem Glaubensbekenntnis stattfindet, sondern streng nach dem Gesetze verfahren wird! Zu dem Kapitel „Die Juden im Heere" sind uns zahlreiche Mitteilungen zugegangen, von denen wir nur folgende hier wiedergeben: L. Berlin. 1. Einer meiner Brüder, der von 1892 bis *1894 diente, wurde wiederholt von seinem Hauptmann ausgefordert, sich Laufen zu lassen und weiter zu dienen. Dies lehnte mein Bruder ab; er wurde mit der Qualifikation zum Unterosfizier zur Reserve entlassen, wäre aber nicht abgegangen, wenn er als Jude hätte kapitulieren können. 2. Mein jüngster Bruder diente bei dem 9. Inf.-Regt, in Stargard, erlitt im Dienst eine Beschädigung an der rechten Hand und wurde, nachdem er sich den Mittelfinger dieser Hand hatte abnehmen lassen müssen, mit sechs Mark Monatspension entlassen. Als gelernter Schlächter konnte er seinem Gewerbe nicht mehr nachgehen; sein Gesuch um einen Zivilversorgungsschein wurde aber abschlägig beschieden. I. F., Berlin. Ich diente 1888/89 ir Augsburg bei dem 4. Bager. Feld-Art.-NegL. als Einjährig-Freiwilliger, wurde zum Unteroffizier befördert und als Offiziers-Aspirant entlassen. Nach der ersten Uebung im Jahre 1890 bin ich als einziger Jude unter 20 Aspiranten der Einzige gewesen, der nicht befördert wurde. Auf mein Ersuchen, mich in der Liste der Aspiranten zu streichen, ersuchte mich der Bezirkskommandeur, die Uebung nochmals zu machen. Als ich erwiderte, daß der Grund meiner Nichtbeförderung mir auch . dann hinderlich sein würde, entgegnete er: „Sie dürfen dies nicht behaupten, und ich darf es Ihnen nicht zugeben!* I. G., Gailingeu. Ich habe 1899 - 1902 beim 3. Seebataillon gedient und bin mit fünf anderen Juden im Frühjahr 1900 nach Kiautschau gekommen. Ein Teil unseres Bataillons, darunter die Juden Jsaacksohn und Rosenthal, machte mit den deutschen Land-

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