Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1904)
- Article
- Der Jude im deutschen Drama
- Date
- 1904-06-01
- Page
- 326 (sequence 1)
- Language
- German
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826 Im deutschen Reich. Aer Jude im deutschen Arama. (Aus dem Nachlaß des verstorbenen VercinLmitgliedeS vr. Richard Landau in Nürnberg) III. Die machtvolle Dichtung Otto Ludwigs, „Die Makkabäer", ist ein Hymnus von der Stärke des einig einzigen Gottes. Durch die Makkabäer war Palästina nochmals ein selbständiger Staat geworden, und das jüdische Reich blühte noch einmal auf, bis es Uneinigkeit wieder zerstörte. Diese ausnutzend, unterwarf Pompejus das Land den Römern. Herodes, der Große zubenannt, ward König über Judäa von Romas Gnaden. Er ist der Held zweier Dramen; Rückert verfaßte seinen „Herodes der Große" — Hebbel „Herodes und Mariamne". Diese Mariamne war der letzte Makkabäersproß, den die Vermählung mit Herodes auf den Thron erhob. Rückert holt weit aus und beginnt mit der Einnahme Jerusalems durch Herodes mit römischer Hilfe, das er seiner jungen Gattin zur Morgengabe bringt. Ihren Bruder ernennt der König zum Hohen Priester, ertränkt ihn aber, als er fühlt, daß ihm, dem Makkabäer, das Volk lauter zujubelt als ihm selbst. Wir erfahren die Ermordung Hyrkans, des Großvaters der Königin, weil er angeblich Verbindungen mit Arabien suchte — die Ermordung des königlichen Schwagers Josef, weil er angeblich Mariamne zur Untreue verleitete — die Ermordung Kostobars, weil er einen anbefohlenen Mord nicht vollbrachte. Schließlich zeiht Herodes, angetrieben von seiner eifersüchtigen, rachgierigen und herzlosen Schwester Salome, die Gattin des Giftmords und verurteilt sie zum Tode. Auch ihre Mutter Alexandra entgeht der Mordgier des Königs nicht, der mit sich selber hadert, seine Diener wechselt „stündlich, meistens durch den Tod" und sich in alle Lüste stürzt „das Innere zu ertränken." Und schließlich muß er zerschmettert bekennen: „Dir hilft kein Gott, Dir hilft kein Gott der Götter! Dein Herz ist leer, die Welt, der Himmel leer, Und auf dem ehernen Thron sitzt das Geschick, DaS unerbittliche, das unversöhntes