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Im deutschen Reich · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. 274

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
Der Jude im deutschen Drama
Date
1904-05-01
Page
274 (sequence 7)
Language
German
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274 Im deutschen Reich. läßt ihn der Dichter zu sich selbst sagen, und in der letzten großen Szene des zweiten Aktes, die gewiß zu den großartigsten Erzeugnissen eines begnadeten Dichtergenies zählt, beginnt die Tat — den abtrünnigen Priester Simöi ei sticht er am Altar, den die Syrer errichteten, noch ehe das Jehova schändende Gebet seinen Lippen entkam, stürzt den Altar und schlägt das Götzenbild in Trümmer mit dem erschütternden Ruf: „Der Herr ist Gott allein, Der Herr, der war, der ist, der ewig sein wird, Israels Gott, Er, der lebend ge Gott, Der Gott, der nicht von Menschenhand gemacht, Der Mächtige, der auf Feuersäulen wandelt, Und alle Himmel beben wenn er schilt. Er spricht, ich bin Dein Gott, und sonst ist's keiner! Anbeten sollst Du keinen Gott, als mich! Was ich mich unterfange, fragst Du, Heide? Ich setze meinen Fuß auf Deinen Gott. Er liegt zertrümmert." So reißt er das Volk mit sich und zieht, von der Hand des sterbenden Vaters als „Streiter Gottes' gesegnet, in den Kampf und in den Sieg. Zwanzig Schlachten sind gewonnen. Die letzte gilt'#. Da verweigert das Kriegsvolk dem Helden den Gehorsam, .weil der Sabbath anbricht, und wehrlos, Den Schild nicht brauchend, lassen sie sich schlachten. Und Antiochus spricht das wahre Wort von dem starr an den Buchstaben des Gesetzes sich klammernden Juden „sein einziger Tyrann ist sein Gesetz." Judah muß mit dem kleinen Haufen der Getreuen weichen und die Sieger dringen vor. Umsonst versucht Judas Mutter, die hochgesinnte, heldenmütige Lea, die Juden davon zurückzuhalten, von ihrem Gotte abzufallen und den Feinden sich zu unterwerfen. Judah gelangt auf Schleichwegen nach Jerusalem und sein Erscheinen weckt den Mut des Volkes; er führt es abermals zum Sieg. Aber dieser hätte nimmer den ungleichen Kampf beendet, wären nicht schlimme Botschaften aus der Heimat zum König Antiochus gelangt, hätten nicht seine Soldaten, eingedenk jenes Sabbaths, sich für Mörder haltend, zu meutern begonnen, um schließlich angesichts des heldenmütigen Opfertodes der Brüder Judahs, dem die Mutter in Treue zu Jehova sie preisgegeben hat, dem Könige mit Ungehorsam zu drohen, mit solchem Feind zu kämpfen, den „solch' furchtbar gewalt'ger Gott erfüllt".

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