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Im deutschen Reich · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. 233

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Berlin
Date
1904-04-01
Page
233 (sequence 8)
Language
German
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Korrespondenzen. 233 von Swinemünde sich gegen die Annahme dieser Abgabe von Nichtevangelischen sträuben und darauf hingewiesen haben, daß es sich namentlich bei der Erhebung der Umsatzsteuer beim Verkauf von Grundstücken um eine Ungerechtigkeit handelt, weil inzwischen die Stadtgemeinde auch eine Umsatzsteuer von 1 v. H. eingesührt hat. Ich bitte den Minister, alles zu Lun, um dieser lästigen Abgabepflicht der nichtevangelischen Hausbesitzer an die evangelische Gemeinde eLn Ende zu machen, oder wenigstens die Gründe zu nennen, welche ihm das unmöglich machen." (Beifall links.) — Abg. Dittrich (Ztr.) schloß sich den Ausführungen des Vorredners vollinhaltlich an, worauf ein Kommissar erklärte, daß dem Minister kein EmwirkungsrechL zustände, daß er aber den Evangelischen Oberkirchenrat bitten werde, auf die Gemeinde einzuwirken, daß sie aus Billigkeitsgründen auf diese Einnahme verzichte. Auch die Abgg. Funck (frctf. Vpt.) und Dr. Friedberg baten, &tefe unhaltbare Anomalie in Swinemünde möglichst bald zu beseitigen. Me der „Allg. Ztg. des Judentums" berichtet wird, ist am 1. April Postinspektor Joseph nach mehrjähriger Tätigkeit bei dem Postamt Altona zur kaiserlichen Oberpcsidirekticn in Hamburg versetzt worden, um daselbst eine Stelle sür Bezirksaufsichtsbeamte zu übernehmen. Es ist wol das erste mal, daß in Deutschland eine derartige Stelle im Reichspostdienst einem Juden übertragen wird. %• Charlottcnburg, 3. April. Nach langem, schweren Leiden ist hier der ehemalige konservative Parlamentarier und Chefredakteur der „Kreuz-Ztg.", Freiherr Wilhelm von Hammerstein, in der Nacht zum 3 6. v. Mts. gestorben. Von unzweifelhafter Begabung machte er von dieser den weitgehendsten Gebrauch im Dienste des Agrariertums, der Orthodoxie und der schroffsten Unduldsamkeit Sein intimster Freund war der damalige Hofprediger Adolf Stöcker, der an ihn den bekannten „Scheilerhaufenbrief" richtete. Die ^Voss. Ztg." schließt einen diesem leidenschaftlichsten Vorkämpfer des Rückschritts gewidmeten Nachruf mit den Worten: „Hammerstein nahm ein trauriges Ende. Seit langer Zeit hatte er Urkundenfälschung und Betrug verübt. Aber die Leiter der konservativen Partei trugen geraume Zeit Bedenken, sich seiner zu entledigen. Schließlich kam cs dennoch zur Katastrophe. Er wurde angeklagt, in Griechenland verhaftet und ausgeliefert, und 1896 zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. In den letzten Jahren hat man nichts von ihm vernommen." In den Spuren des Freiherrn von „Hammerstein-Woßu" wandelt jetzt eine ganze Schaar weit minder begabter Epigonen, die mit den-

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