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Im deutschen Reich · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. 184

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
An nichtjüdische Leser dieser Zeitschrift
Date
1904-03-01
Page
184 (sequence 3)
Language
German
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Im deutschen Reich. m Religion zu geschäftlichen Zwecken, dann erst kann der Tag der Erweckung zu einem neuen Leben in Frieden und Wohlfahrt für das deutsche Volk kommen. Nur wer dem Frieden nachstrebt, die ganze Menschheit liebend umfaßt und solche Gesinnungen auch seinen Kindern einprägt, kann zuversichtlich und freudig an die Zukunft seiner Kinder denken K. 8., Berlin. Die Angelegenheit der nach Rußland reisenden jüdischen Handlungsgehilfen ist bisher im Parlament nur ganz flüchtig berührt worden. Der zur freisinnigen Volkspariei gehörige Abg. Oefer streifte die Frage mit etwa folgenden Worten: „Es muß doch auch darauf hingewiesen werden, daß Rußland keineswegs uns so freundlich behandelt wie wir Rußland. Ich möchte darauf Hinweisen, daß die deutschen Handlungsgehilfen jüdischer Religion nicht nach Rußland können. Die öffentliche Meinung in anderen Staaten würde solche Verletzung von Verträgen viel schärfer rügen. Haben doch nach der Reichsoerfassung alle Deutschen gleichmäßigen Anspruch auf den Schutz des Reiches. Ich möchte zum Schluß aussprechen, daß es vielleicht angebracht wäre, alle diese hier angeregten Fragen völkerrechtlich zu kodifizieren." Vom Regierungstische aus blieb diese Aeußerung unbeachtet; und doch leben wir nicht mehr in einer Zeit wie die, in der in Preußen Nikolaus I. als der „Vater des Vaterlandes" gepriesen und der Polizei-Präsident von Hinkeldcy die Redakleure des „Kladderadatsch" ersuchte, während der Anwesenheit des hohen Gastes in Berlin sich jeder Bemerkung über ihn zu enthalten, „daß seiner nicht gedacht würde,^ was in witzigster Weise zugesagt wurde. R. H., Berlin. Der Artikel „Das auserwählte Volk", den der Antiiemiten-Moniteur am 21. Februar verbrochen hat, soll allerdings einen Kommentar zu dem Kaiserwort von dem „Nimbus" liefern, leidet aber an einem solchen Mangel an Logik, daß den Lesern dabei so dumm werden muß, ,als ginge ihnen ein Mühlrad im Kopfe herum". Ihre Vermutung, daß der ehemalige Hofprediger Stöcker diesen Artikel verfaßt habe, ist deshalb sicher hanlos, weit eher töunte ihn ein Anderer für den „Mittelstand" noch nicht geistreich genug gehalten und deshalb nach der „Handelsfiätte" geschafft haben. „Wenn die Könige bau'n, haben die Kärrner zu tun", aber es ist mehr als ein ganzer Schubkarren voll Widersinn, wenn gesagt wird: „Es ist wahrhaft wunderbar, wie Gott die Geschicke gerade dieses minderwertigen Volkes mit besonderer Fürsorge leitete und mit ihm durch vom Geist erleuchtete Männer in ständ'gem Verkehr blieb." Daß für „minderwertige Leute zum ständigen Verkehr" keine

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