Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 3 (März 1904)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1904-03-01
- Page
- 182 (sequence 10)
- Language
- German
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182 Fm deutschen Reich haben wir gedient, wenn wir antisemitische Wahlen bekämpften. Wenn aber Herr L'^bermann offen kundgiebt, daß er bestrebt sei, die Juden aus der Armee herauszubringen, so bekennen wir offen, daß wir das Gegenteil erstreben, weil nichts geeigneter ist,, die von Leuten wie Liebermann und Raab verbreiteten gehässigen Vorurteile zu beseitigen, als die rühmliche Betätigung unserer Glaubensgenossen im Heeresdienst. Wir haben uns deshalb längst auch mit der Frage beschäftigt, ob es nicht rätlich und möglich sein würde, bei der sich täglich mehrenden Schwierigkeit der Berufswahl für ärmere Leute jüdischen Glaubens solche, soweit sie sich in geistiger und körperlicher Beziehung dazu eignen, den Unteroffizierschulen zuzuführen. Falls eine Gewähr dafür geboten wird, daß der jüdische Unteroffizier zur Kapitulation zugelassen und in den Besitz des Zivilversorgungsscheins gelangen würde, dürfte damit Vielen genügt sein. Auf eine in dieser Absicht an das Königl. Kriegsministerium gerichtete Eingabeist nns nachstehender Bescheid zugegangen: Kriegsministerium. Berlin W. 66, den 5. März 1904. No. 439/1. 04. A L Leipzigers^. 5. Auf die Eingabe vom 8. Januar 1904 erwidere ich dem Zentral-Verein ergebenst, daß mir keine Bestimmung bekannt ist, nach welcher Angehörigen des jüdischen Glaubens wegen ihres religiösen Bekenntnisses der Eintritt in die Unteroffizier-Laufbahn verwehrt werden kann; auch ist bis jetzt kein Fall zu meiner Kenntnis gelangt, in welchem ein Unteroffizier seiner Glaubenszugehörigkert wegen von weiteren Kapitulationen ausgeschlossen worden ist. An Der Kriegsminister den Zentral-Verein Deutscher Staatsbürger gez. v. Einem, jüdischen Glaubens hier. Briefkasten der Redaktion. An nichtjüdische Leser dieser Zeitschrift. Auch in die Vorbereitungen zum christlichen Osterfeste klingen seit einiger Zeit alljährlich Mißtöne, die im schroffsten Gegensatz stehen zu dem Gebote der Nächstenliebe. Antiiemitische Hetzer geben alljährlich em Leitartikeln und Flugblättern die Losung aus: „Kauft Konfirmations-Äeschenke nicht bei Juden." Unmöglich ist dies eine Bekundung wahrhaft religiöser Ge>-