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Im deutschen Reich · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. 162

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1904-03-01
Page
162 (sequence 13)
Language
German
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Im deutschen Reich- 162 während er von ihnen in derselben Zeit ernster Gefahr Opfer an Gut und Blut für das Vaterland annimmt. Deutschland ist aber zu gut dazu, jungen Akademikern, die bei solchen Vorgängen in ihrem Vaterlande ein freies Wort äußern, deshalb das Gastrecht zu versagen und sie in das Elend ihrer Heimat zurückzustoßen. Sic sind nichts weniger als „Schnorrer", denn es wird kaum einen deutschen Christen geben, der sich rühmen kann, einem von ihnen eine Unterstützung gewährt zu haben, während bekanntlich auch für ausschließlich christliche Zwecke jüdisches Geld nicht eben selten geheischt wird. Die Juden sind gewöhnt, der großen Gesamtheit fortwährend nur Opfer zu bringen und Pflichten zu erfüllen, während ihnen ■ selbst feierlich zugesagte Rechte nur kärglich zugemesien oder ganz verkümmert werden. Daß sie dabei trotzdem ihr Vaterland lieben und hoch in Ehren halten, zeichnet sie vorteilhaft vor ihren erbitteisten Gegnern aus, die beständig bei dem Staat um Pfründen, einträgliche Beamtensteüen oder „Liebesgaben" „schnorren" oder den hinreichend belasteten Angehörigen des Mittelstandes etwas vorgaukeln, um die Betörten so häufig als möglich „anschnorren" zu können. Diesen arischen „Schnorrern" von Profession zu Dank „Mandelstamm und Silberfarb" ins Elend zu jagen, deren gutdeutsche Namen sie als echte Nachkommen der vor fünf Jahrhunderten durch Pöbelwahn nach dem Osten vertriebenen unglücklichen deutschen Juden ausweisen — dazu ist ein Kultur- und Rechtsstaat wie Deutschland wirklich zu gut! A. L. -rs Korrespondenzen. 4- Berlin, 15. März. Der Magistrat hat beschlossen, der jüdischen Gemeind« ein 25000 Quadratmeter umfassendes, an der Exerzier- und Schulftraße gelegenes Terrain zur Erbauung eines Krankenhauses zu dem verhältnismäßig billigen Preise von 35 Mark für den Quadratmeter zu überlassen. Der Redakteur der „Allg. Universitäts-Zeitung" schreibt: „Die „Vereine deutscher Studenten" weisen es durch die „Alldeutschen Blätter" mit Entrüstung zurück, daß sie ihre« Antisemitismus verleugnet hätten, und geben Material an die Hand, daß sie unentwegt antisemitisch seien. Letzteres habe ich niemals bezweifelt. Nur an der Hand von Aeußerunge» eines Redners, die nicht als unrichtig hingestellt worden find, machte ich meine Bemerkungen über die Vrr-

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