Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 3 (März 1904)
- Article
- Eschwege-Schmalkalden
- Date
- 1904-03-01
- Page
- 129 (sequence 5)
- Language
- German
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Jahresbericht. 129 werden: es ist dringend erforderlich, daß vor allem unsere Glaubensgenossen selbst dessen inne werden, daß sich die Interessen des Judentums nicht trennen von denjenigen des Vaterlandes und einer wahrhaft freiheitlichen Weltanschauung und daß, wer glaubt, es könne unter ugend welchen Umständen richtig sein, dem Antisemitismus nicht entgegenzutreten, sicherlich die wahren Interessen vaterländischer Kultur außer Acht läßt. Unsere Glaubensgenossen mit diesen Grundsätzen immer mehr zu erfüllen, sie mit dem Gedanken zu durchdringen, daß, wer ein guter Jute ist, auch ein guter Deutscher sein wird, ist die wichtigste, aber auch dankbarste Aufgabe unseres Vereins: mögen auch diejenigen Glaubensgenossen, welche uns noch fern geblieben sind, auf dem neutralen Boden unseres Vereins sich zusammensinden, welcher politischen Parleiftellung sie auch sonst immer angehörerr mögen. In unserer Brust sind unseres Schicksals Sterne. Iaßresöerichl, erstattet durch Herrn Rechtsanwalt I)r. M. Horwitz in der ordentlichen Mitglieder-Versammlung am 22. Februar 1904. üblich, will ich Ihnen einen kurzen Ueberblick über die ÄEL Entwickelung und die Tätigkeit unseres Vereins im Jahre 1903 geben, indem ich voraussetze, daß die Mitteilungen, welche in unseren Versammlungen und unserer Zeitschrift im Laufe des Jahres erfolgt sind. Sie im Wesentlichen hinreichend unterrichtet haben und es daher genügen wird, wenn ich aus der Fülle des vorliegenden Materials überall nur Beispiele herausgreise, aus welchen Sie selbst Ihre weiteren Schlüsse ziehen können. Wenn ich mit der Entwickelung unseres Vereins den Bericht beginnen will, so liegt mir zunächst, wie leider in jeder ordentlichen Versammlung und wie das bei einem so großen Vereine unausbleiblich ist, die Pflicht ob, einer Reihe verstorbener Mitglieder zu gedenken, deren Verlust uns harte Wunden geschlagen hat. . . J; ''. Zch nenne unter denen, die im letzten Jahre uns entrissen worden sind, Herrn Rabbiner vr. Blrmenthal-Ratibor, Herrn Carlo Levi in Rom, der uns schätzbare Beiträge für die Zeitschrift geliefert hat, Justizrat Siegumnd Meyer in Berlin, Vorsitzenden des Vorstandes unserer Gemeinde, Herrn Geheimrat Prof. vr. Lazarus m Meran, zu dessen Lobe in dieser Versammlung kein Wort. zu