Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1904)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1904-02-01
- Page
- 122 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2316602-2316714-2316717--12141-2332924- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Elbląg 1× ep/1047890
OCR text
122 Hm deutschen Reich. OruppLN-Versammlung, in welcher Herr Rabbiner l)r. Silberstein aus Elbing einen Bortrag über das Thema: »Herder in seinen Beziehungen zur Bibel und zum Judentum" Halten wird. Briefkasten der Redaktion. M. L., Berlin. Daß Stecker nach langer Frist wieder bei -einem Reichskommers im „Verein deutscher Studenten" erschienen ist und erfolgreich zur „Zivilcourage" aufgefordert hat, beweist nur, daß es weder ihm noch seinen jugendlichen Nachahmern an dieser „Courage" fehlt. Er selbst hat ja, wie photographisch feftgehalten wurde, bereits vor Jahren „Arm in Arm" mit dem Freiherr« von Hammer» steiu-„Woßu" „sein Jahrhundert in die Schranken gefordert" und der <>and. math. Reinau, der als erste Aufgabe des V. d. St. „den Kampf gegen das Judentum" bczeichnete, hat durch eine Herausforderung des .20. Jahrhunderts" eine kaum geringere Courage bewiesen. Daß solches in Gegenwart des Generalobersten von Hahnke, des Polizeipräsidenten von Borries, des Universitätsrektors von Richthofen und anderer Professoren unwiderlegt geschehen konnte, beweist nicht, daß diese Gäste von dieser Probe jugendlichen Mutes erbaut, sondern daß sie zu taktvoll waren, das Fest durch irgend eine Kundgebung zu stören. Der Höfprediger a. D. Stöcker wird sich über die „zivile". Behandlung seitens dieser vornehmen Gäste umsoweniger täuschen, als derselbe Generalfeldmarschall Graf Waldersee, der wahrend der Hochflut der Berliner Bewegung ihm seine Salons öffnete, kürzlich einer Abendgesellschaft des Geh. Kommerzienrats Max Ludwig Goldberger beiwohnte. L. R., Berlin. Die verbürgte Mitteilung, daß während des Burenkrieges mehr als 2000 Juden im Felde gestanden und l27 dabei ihr Leben gelaffen, veranlaßt die „Staatsbürger.Zeitung" zu der widersinnigen Behauptung, daß die Juden lediglich als Marketender -an dem Burenkriege teilgenommen hätten. Die „Staatsbürger-Zeitung" überschätzt dabei offenbar nicht nur die Zahl der für den Krieg erforderlichen Marketender, sondern auch die Gefährlichkeit dieses Dienstes. So viele Marketender haben selbst in Kriegen, die viele Jahre dauerten, nicht einmal ihr Leben eingebützt, aber das Antisemitenblatt veranschlagt die Intelligenz seiner Leser so niedrig, daß es ihnen diesen haarsträubenden Unsinn zu bieten wagt.