Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1904)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1904-02-01
- Page
- 121 (sequence 2)
- Language
- German
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Bereinsnachrichten. 121 Brauerei „Pfefferberg",. Berlin N., Schönhauser Allee 176, eine Gruppen-Versammlung ab. in welcher Herr Rabbiner Dr. Wohl - berg die erschienenen Miralieder und Gäste und insbesondere die anwesenden vier Vertreter des Central - Vereins - Vorstands begrüßte und den zahlreichen Besuch der Versammlung als ein günstiges Omen für die mit erneutem Eifer aufzunehmende Tätigkeit der so bewährten vereinigten Gruppen Norden und Nordosten bezeichnete. Nachdem Herr Dr. Wohlberg den Vorsitz Herrn Dr. med. Caffe! übergeben hatte, erörterte er in schwungvollen Ausführungen Unser Verhältnis zu den Juden des Orlens", schilderte in lebhaften Farben die schwierige Lage unserer Glaubensgenoffen in Rußland, Rumänien und Galizien und die Pflichten, welche aus derselben für die bessergestellten Juden in andern Ländern erwachse. Mit warmem Gefühl mahnt der Redner, daß man selbst das, was den Deutschen an den östlichen Glaubensgenoffen minder sympathisch berühre, jenen nicht zur Last legen dürfe, die unter Dejpotendruck sich in einer Lage befänden, die nur Gefühle des Mitleids, aber nicht des Widerwillens wgchrufen sollte. Von diesem Gesichtspunkte aus unterzog der Vortragende den Artikel „Quo vadis?“ des Herrn Rechtsanwalt Siegmund Meyer in Hannover einer scharfen Kritik, in der er die Tendenz jenes Artikels als eine solche bezeichnete, die nicht nur unjüdisch sondern auch undeutsch sei, denn der deutsche Kaiser habe bei den Unglücköfällen von Wistitten und Aaljund gezeigt, daß der rechte Deutsche Unglücklichen gegenüber nicht den Nationalitätebegriff in engherziger Weise zur Geltung bringe. Mit einem warmem Appell an das Mitleid für die bedrückten Glaubensgenoffen im Osten schloß der mit lebhaftem Beifall belohnte Vortrag. Herr Dr. Caffel drückte dem Redner den Dank der Gruppe aus und eröffnete dann die Diskussion, in deren Verlauf Herr Dr. Wohlberg nochmals seinen Standpunkt mit überzeugenden Darlegungen vertrat, worauf der Vorsitzende die Versammlung schloß. — Für die auf Montag den 22. Februar anberaumte General-Versammlung, welche im Saale des „Geselligen Vereins der Gesellschaft der Freunde", Berlin W., Potsdamers^. 9, abgehalten wird, hat Herr Konsul A. M. Simon aus Hannover, der hochverdiente Begründer der Israelitischen Erziehungsanstalt zu Ahlem, einen Vonrag über „Die Erziehung zur Bodenkultur und zum Handwerk, eine soziale Frage", gefälligst zugesagt. — Am Mittwoch, den 24. Februar veranstalten die im Centrüm wohnenden Central-Vereins-Mitglieder in Wends Central-Club-Haus, Berlin 0., Am Königsgraben 14s, eine