Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1904)
- Article
- Zur Gesamtorganisation der Israeliten Deutschlands
- Date
- 1904-02-01
- Page
- 76 (sequence 4)
- Language
- German
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78 Im deutschen Reich. VII. Statu ten-Aenderung. § 16. Jede Aenderung dieser Statuten bedarf der Zustimmung einer ZMeidrittelmehrh.it des Ausschusses, sowie einer Dreiviertelmehrheit der Hauptversammlung. Dem Protokoll der Verhandlungen entnehmen wir Folgendes: Herr Rechtsanwalt Dr. Horwitz als Vorsitzender eröffnet die zahlreich besuchte Versammlung, indem er die Errchienenen im Namen des Central Vereins, Ln dessen Räumen die Versammlung Lagt, herz, lich willkommen heißt. Professor I)r. Philippson beginnt sein Referat mit einem geschichtlichen Rückblick, wobei er betont, daß nach der Ablehnung des Namens „Judentag" der Gedanke einer Organisation der Israeliten Deutschlands in verschiedenen Zusammenkünften zu Beratungen bezw. zur Wahl eines engeren Ausschusses geführt, der seine Arbeiten mit erneutem Eifer ausgenommen habe, nachdem er dazu eine willkommene Anregung aus Süddeutschland erhalten hatte. Am 17. Mai d. I. sei in einer freien Versammlung in Frankfurt a. M. beschlossen worden, der Sache wieder näher zu treten, und am 28. Juni d. I. sei es in Erfurt dazu gekommen, den Ausschuß mit einer Umarbertung des Statuten.Entwurfs zu betrauen, der nun unter Berücksichtigung der damals vorgeschlagenen Aenkerungen zur Beratung vorliege. „Nachdem die Angelegenheit so reiflichen Erwägungen unterzogen worden", fährt dann der Redner fort, „möchte es erübrigen, nochmals die Notwendigkeit einer Vereinigung der Israeliten Deutschlands zu begründen. Ich halte es dennoch für angezeigt, weil es von Wichtigkeit ist, einzelne aufgetauchte Zweifel zu beseitigen und diejenigen zu überzeugen, die bisher noch keine Gelegenheit hatten, sich mit dieser Sache eingebender zu beschäftigen. Wrr leben in einer Kampfzeit, in der sich alle Jntereffenkreise enger zusammenschließen, um das, was sie näher angeht, gegen Schädigung zu wahren und durch eigene Verbände ihre wesentlichsten Inter, ssen zur Geltung zu bringen. Wir sehen, wie dwö dem „Bunde der Landwirte" geglückt ist, wie aber auch religiöse Gemeinschaften durch geschlossenes Auftreten in der O. ffentlichkeit versuchen, ihren Bestrebungen Anerkennung zu verschaffen, so der Karholikentag, der Protestanten-Verein, der Evangelische Bund u. o. m. Ein einziges Element in Deutschland, das schwächste, am wenigsten durch offizielle Organisation geemre, das deshalb den Zusammenschluß besonders nötig hätte, bat diesen bisher beständig abgelehnt — das ist die deutsche Judenhetr! Sie ist ohne