Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1904)
- Article
- Die "Staatsbürger-Zeitung", das Schoßkind der Berliner Gerichtsvollzieher
- Date
- 1904-02-01
- Page
- 65 (sequence 1)
- Language
- German
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|ra deutschen Keich. Leiifchvift des Lkstrslrnkiis hkütslhrr . jüüischkS 8lirt«§. Gvschkiul zwolfmal im Jaljrt. X. Pa&r«. Berlin. F,bruar 1904. 'glr. 2. Die „Staatsbürger - Zeitung", das Schoßkind der berliner Kerichtsvoüjieher. Bedauernswerte, der zur Befriedigung seiner Gläubiger seine ääbi Habe hergeben muh, gehört gewiß zu den wirtschaftlich Schwachen, und seine Interessen verdienen sicher einen besonderen Schutz. Der von einer Zwangsvollstreckung Betroffene hat sonach auf die bestmöglichste Verwertung der ihm abgepfändeten Sachen bei der Zwangsvollstreckung einen gerechten Anspruch. Daraus erwächst den sozial denkenden Gerichts-Instanzen unbedingt die Pflicht, die gesetzlich angeordneten Anzeigen solcher Versteigerungen ausschließlich solchen Blättern anzuvertrauen, deren große Verbreitung in kauskrästigen Kreisen für das Erscheinen zahlreicher Bieter Bürgschaft leistet. Keine Rücksicht auf ihre politische Parteistellung oder auf die Sonderinteressen ihres Berufes kann die hierbei vorzugsweise in Frage kommenden Gerichtsvollzieher von dieser Pflicht entbinden un) ihnen das Recht gewähren, durch Zuwendung von Versteigerungsa.rzeigen ein Blatt finanziell zu unterstützen, das vielleicht ihrem persönlichen Geschmack, aber infolge seiner ungenügenden Verbreitung und seines ausschließlichen Parteicharakters keineswegs dem der Schuldner und Gläubiger entspricht, deren Interessen doch der Gerichtsvollzieher bei Zwangsversteigerungen zunächst zu wahren bat. Dies scheint nicht genügend beachtet worden zu sein, als gewisse Berliner Gerichtsvollzieher die den sonstigen, von Hunderttausenden gelesenen Berliner Blättern zugehenden Zwangsversteigerungs-Anzeigen plötzlich auf das geringste Maß einjchränkten und mit Liesen Inseraten