Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1904-01-01
- Page
- 54 (sequence 10)
- Language
- German
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54 Im deutschen Reich. er aber darinnen bleibt, geht er uns nichts an. Ich habe den antisemitischen Zeitungsartikel mehreren deutschen Christen gezeigt; alle waren entrüstet darüber, und jeder erbot sich, denselben zu beantworten, aber ich hielt es für bester, zu Herrn Pastor Kuschke zu gehen." A. L. Briefkasten der Redaktion. E. I, Berlin'. Wenn das Antijcinitenbiait über eine „empörende jüdische Reklame" beuchtet, ohne den betreffenden jüdischen Geschäftsinhaber zn nennen, so können Sie davon überzeugt sein, daß die betreffende Reklame nicht von einem Juden, sondern von einem waschechten Arier ausgeübt worden ist. Daß ein Jude das christliche Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht" zu einer geschäftlichen Reklame benutzen sollte, ist nicht glaubhaft, cs sei denn, daß eine christliche Buchdruckerei ohne sein Wissen ihm für die bestellten Reklamezettel solche mit diesem Liede geliefert hatte. In einem ähnlichen Falle hat ein uns bekannter jüdischer Geschäftsmann vor einigen Jahren, als er davon Kenntnis erhielt, den ganzen Vorrat der von ihm bezahlten Zette! sofort vernichtet. Der Mißbrauch der Religion zu geschäftlichen Zwecken ist nur bei Antisemiten üblich. Was das Antifcmitenblatt von „jüdischer Uebertreibungskunst" bei geschäftlichen Empfehlungen faselt, wird durch die Inserate „arischer" Firmen in derselben Nummer komisch illustriert: Die Fabrik „christlicher Damen-und Kindermäntel" von Oscar Wollburg bezeichnet sich als „konkurrenzlos durch eigene Fabrik im großen Stil"; Hermann Arnhold bietet von seinen Beleuchtungsgegenständen zurückzesetzte Muster „spottbillig" an, Hillmann & John verkaufen Uhren wegen Auflösung ihres riesigen Uhren-Engros-Lagers zu „staunend (?) billigen" Preisen an Private; R. M. Maaßen, „größtes Spezial-Geschäft der Branche" und „größte und billigste Bezugsquelle", kündigt enorme Preisermäßigung an u. s. w. u. s. w. Besser versteht der „jüdische Leibinserent" der „Staatsbürger-Zeitung" Baer Sohn die .Uebertreibungskunst" auch nicht; diese Firma bezeichnet sich bei der Empfehlung ihrer Weihnachts- Festgaben vielmehr nur als „Spezial-Haus größten Maßstabes für die' Freude aller Ehemänner, die Freude aller Junggesellen und die