Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Die Aufgaben der jüdischen Abgeordneten im neuen Landtage
- Date
- 1904-01-01
- Page
- 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316714-2316716-2332678--11959-2332743- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
6 Fm deutschen Reich. fristen nur ein jämmerliches Scheindasein, vielfach sogar nur mit 5)—7 Schülern (!) Ihre Auflösung wäre längst durchgeführt, wenn nicht die Vorgesetzte Schulbehörde unüberwindliche Schwierigkeiten entgegensetzen würde. Hier an diesem wunden Punkt hat die Kritik beim Kultusetat ebenfalls mit aller Entschiedenheit anzusctzen. Aus allgemein sittlichen Gründen — schon im Jahre 1831 hielt der damalige Oberpräsident von Posen, von Flottwell in einem Bericht an den (damaligen) Kultusminister von Altenstein konfessionelle Schulen für „das größte Hemmnis bei der Förderung des Kulturfortschritts" — wie aus praktischen Gesichtspunkten müssen wir aus Erweiterung des Simultanschulwesens dringen, nicht weil es für das Judentum, sondern weil es für die Allgemeinheit gut ist. Wie die beiden Parteien, denen die gewählten 6 jüdischen Abgegeordneten angehören, keine Sonderinteressen auf ihre Fahne geschrieben haben, so verlangen wir auch von den Abgeordneten, die unserem Glauben angehören, nicht die Vertretung jüdischer Sonderinterefsen, sondern allgemein sittlicher Bestrebungen. Mit der immer wiederkehrenden Forderung der konsequenten Durchführung des in der Verfassung gewährleisteten Prinzips der Gleichheit sämtlicher Staatsbürger vor dem Gesetz und bei der Besetzung von Aemtern werden sie zwar, wenn sie zur Verwirklichung dieses Grundsatzes beitragen, scheinbar zunächst dem Judentum dienen, in Wirklichkeit aber zur Verwirklichung jenes erhabenen Grundgedankens beitragen, ohne den weder ein antiker noch ein moderner Staat jemals auf die Dauer existieren konnte: ,.Salus publica suprema lex esto!“ Dr. Carpin. Die Kutachlen der Sachverständigen üöer den Konitzer Word. Mas Dunkel über den Urheber des Konitzer Mordes, der Dank der antisemitischen Machenschaften so lange die Oeffentlichkeit in Spannung und Erregung gehalten hat, ist noch nicht gelichtet. Helles. Licht aber ist mit der Leuchte der Wissenschaft über dre Grundlosigkeit der Annahme eines Ritualmordes verbreitet worden, und für. alle