Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Die Aufgaben der jüdischen Abgeordneten im neuen Landtage
- Date
- 1904-01-01
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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I Zeitschrift des kitralmkiils -kütschn.Stllstsbmgkl jöSischn Gliürss. —Lrschrin! jwölfmal im Islzrr. .=,= X. Iahrg. Berlin, Januar 1904. Ar. 1. Die Aufgaben der jüdischen Abgeordneten im neuen Landtage. DÜcit dem Tode des unvergehlichen Ludwig Loewe am!I. September 1886 bis zu den Neuwahlen des Jahres 1898 war das preußische Abgeordnetenhaus, wie Herr Hofprediger a. D. Stoecker sich gelegentlich mit großem Behagen ausdrückte, „judenrein". 189s wurden zuerst zwei jüdische Abgeordnete, I)r. Mar Hirsch, der bekannte Sozialpolitikcr, in Berlin I und Landgerichtsrat Peltasohn-Bromberg in Wongrowitz-Znin gewählt. Durch Nachwahlen und die letzten Neuwahlen kamen hinzu: Justizrat Wolff für Lissa-Rawitsch — in erstgenannter Stadt ansässig — Fabrikant Leopold Rosenow-Berlin für den dritten, Justizrat Oskar (fasset hierselbft für den ersten reichshauplstädtischen Landtagswahlkreis und Kommerzienrat Aronsohn- Bromberg als Vertreter dieser seiner Heimatsstadt. An und für sich kann ja das Interesse der jüdischen Wähler bei allen Wahlen für politische Körperschaften nur darauf gerichtet sein vorurteilslose Abgeordnete, die mit aller Entschiedenheit für die Gleichberechtigung aller Konfessionen einzutreten gewillt sind, hineinzuwählen, gleichviel ob sie dem christlichen oder unserem Glauben angehören, Sind aber geeignete jüdische Kandidaten vorhanden, dann ist die bisweilen in öffentlichen Fragen hervortretende, allzugroße jüdische Aengstlichkeit — das Gegenteil der uns so oft mit Unrecht vorgeworfenen Zudringlichkeit und Anmaßung — keineswegs am Platze. Denn ein christlicher Abgeordneter kann, mag er noch so wohlwollend dem Jndentunr gegenüberstrhen und aller Vorurteile bar sein, nicht in allen