Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1903)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1903-12-01
- Page
- 743 (sequence 7)
- Language
- German
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Bereinsnachrichten. 743 krönte bn Ausspruch der alten Kurfürstin: „Wir haben doch alle nur einen Gott!" und dann verließ der Greis unter reichen Ehren das Leineschloß, um eine ganze Woche. hindurch der gefeierte Gast Leffmann Berendts zu sein, der ihm auch dadurch seinen Dank abtrug, daß er ihm die Drucklegung eines ethische Betrachtungen enthaltenden Werkes, ..Divre Sikoraurr (Worte des Gedenkens), ermöglichte. Der Vortragende knüpfte an diesen Titel Worte herzlicher Anerkennung für die Tätigkeit des Central-Bereins und den Ausdruck der Hoffnung auf den schließlichen Sieg der guten Sache. Wie die edle Kurfürstin erklärte: „Wir haben doch alle nur einen Gott!", so habe der jüngste jüdische Prophet Maleachi gemahnt: „Haben wir doch alle einen Vater, warum sollen wir treulos handeln gegen einander!" und diese Anschauung würde und müsse sich endlich Bahn brechen zum Heile des Judentums und der ganzen Menschheit. — Lebhafter Beifall wurde dem Vortragenden für diese Ausführungen gezollt, worauf ihm der Vorsitzende auch den besonderen Dank des Vorstandes zollte. — Nach kurzer Pause bot Herr Dr. Wiesenthal eine kurze Schilderung der Vereinstätigkeit, sowie verschiedener Ereignisse aus dem Gebiete der Abwehr und verband damit die Mahnung zur Selbstzucht, zum mannhaften Einstehen für die Wahrheit und Ehre, sowie zum standhaften Kampfe gegen jede Beeinträchtigung unserer Rechte, jetzt und in der Zukunft. Dieser beifällig aufgeuommenen Rede folgte der Schluß der Versammlung, da von einer Diskussion Abstand genommen wurde. Für die auf Montag, den 30. November, in Damnrs Feftsälen, Lindenstraße 100, anberaumte Versammlung der in Berlin SW. w ahnenden Vereinsmitglieder hatte Herr Rabbiner Dr. Ackermann in Brandenburg einen Vortrag Zugesagt; infolge eines heftigen Unwohlseins wurde er aber gezwungen, noch am letzten Tage vor der Versammlung abzusagen. Herr Schriftsteller Dr. Gustav Kurve l e s half aus der Verlegenheit, indem er sich zu einem Vortrag über das Thema: „Was haben die Juden für die Kultur der Menschheit geleistet" bereit fand und der Versammlung etwas in Form und Inhalt so Bedeutendes bot, daß alle Anwesenden diesen hohen geistigen Genuß durch lebhafte Beifallskundgebungen dankbar anerkannten. Der Vorsitzende der Gruppe, Herr Rechtsanwalt 'Dr. Guttsmann, verlieh dieser allgemeinen Empfindung in beredten Worten noch weiteren Ausdruck, worauf die Versammlung unter wiederholten Beifallsbezeugungen den Vortragenden durch Erheben von den Sitzen ehrte. Nach Eröffnung der Diskussion ergriff der Vorsitzende des Central-Vereins-Vorstandes, Herr Rechts-