Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1903)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1903-12-01
- Page
- 726 (sequence 12)
- Language
- German
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726 Im deutschen Reich. Menschen so verstrickten, daß sie zu schändlichen Verbrechen verleitet wurden, die nicht nur sie, sondern auch ihre unschuldigen Familien hart büßen werden. Die russischen Anstifter werden vielleicht der verdienten Strafe entgehen, sicher aber nicht mit Lorbeerkränzen geschmückt werden! A. L. LH KorrefportLrrrzsn. co Berlin, 14. Dezember. Am Adventssonntage, dem Tage, von dem die „Staatsbürger-Zeitung" schreibt: „Wir sollen unser Herz reinigen von den Schlacken", war dem Antisemitenblatt ein Flugblatt des „Deutschen Antisemiten - Bundes" beigelegt, welches die Ueberschrift trug: „Kauft Christgeschenke nicht bei Juden!" und eine ganze Reihe aufreizender Bemerkungen über „jüdische Schmarotzer", bezw. über das „stammfremde Judentum" enthielt, welches den Mittelstand zu Grunde richte, die christliche Jugend zu Lohnsklaven des Großkapitalismus mache und in prunkenden, aber feuergefährlichen Warenhäusern jüdischen Flitterkram für den Weihnachtstisch zur Schau stelle. Mit der Warnung vor dem Einkauf von Weihnachtsgeschenken in jüdischen Geschäften verbindet der „Deutsche Antisemiten-Bund" merkwürdiger Weise die dringende Bitte um Unterstützung der „Staatsbürger-Ztg.", die bekanntlich vorurteilslos genug ist, gegen gutbezahlte Inserate den Ankauf von Christgeschenken in den jüdischen Geschäften von Baer Sohn, Heitinger, Avanti, Taits u. a. m. zu empfehlen. Ja, der Antisemiten-Bund versichert trotzdem, daß jeder durch das Abonnieren auf dieses wunderbare Blatt für monatlich Mk. 1,54, bezw. sogar, wenn man sich unit der Ausgabe B begnügt, für nur 90 -Pfennige Kindern und Kindeskindern und dem ganzen deutschen Volke eine bessere Zukunft sichern könne. Das ist doch gewiß für 90 Pfg. das Menschenmöglichste und stellt alle „jüdischen Lockartikel" in den Schatten. Ein solches Anreißertum überbietet aber auch alles, was früher auf dem Mühlendamm zuweilen Aergernis erregte und ist um so widerwärtiger, weil dieser unlautere Wettbewerb aus der Religion ein Geschäft