Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1903)
- Article
- Die Central-Vereins-Versammlung in Posen
- Date
- 1903-12-01
- Page
- 715 (sequence 8)
- Language
- German
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Umschau. 715 sitzenden des Central-Vereins über die Stellung dieses Vereins und über seine Ziele vor dieser imposanten Versammlung in begeisternden Worten dargelegt haben, wird von den zahlreichen Teilnehmern, die zu diesem Zwecke von ihren Gemeinden nach Posen delegiert worden waren, in ihrer Heimat verkündet werden und Licht und Wärme verbreiten, Licht auch über die Stellung des Vereins zu den Zionisten, die, soweit sie in echter Vaterlandsliebe und Glaubenstreue Mitarbeiten wollen, als Mitkämpfer auf dem Gebiete der Abwehr und bei dem Streben nach Hebung des jüdischen Selbstbewußtseins willkommen sind, Wärme für die Hochhaltung und den mutigen Schutz unserer heiligsten Güter! Der Central-Verein ist ein großer neutraler Boden, auf dem sich die deutschen Juden zu diesem Zweck in brüderlicher und mannhafter Gesinnung zusammenfinden. Hier darf keiner fehlen, dem Ehre und Glauben, Recht und Wahrheit teuer sind. „Introite nam et hie Dii sunt!” Hier tretet ein, denn auch hier ist Göttliches! <3% Umscharr. 8'^^ls Kürzlich der unterlegene Landtagskandidat Krug in einer A» Danksagung an seine Wähler die Aeußerung tat: „Wer nicht von Ehrabschneidern durch den Kot geschleppt sein will, bleibe in sicherer Verborgenheit", schrieb die „Staatsbürger-Zeitung", die mindestens in dieser Sache kompetent ist: „Herr Krug hat so unrecht nicht. Aber es muß nun einmal Männer geben, die über die Anwürfe der Gegner erhobenen Hauptes hinwegschreiten. Sonst würden ja Lüge und Ehrabschneiderei vollends den Sieg davontragen". Tatsächlich sind die jüngsten Wahlkämpfe von vielen unschönen Erscheinungen begleitet gewesen, und ist auch der Ausgang derselben, über den in diesem Heste an leitender Stelle berichtet wird, ein solcher, daß er nicht einmal dem Sieger zur besonderen Befriedigung gereichen kann. So erfreulich es ist, daß dem preußischen Abgeordnetenhause, von dem Adolf Stöcker in seiner Glanzzeit zu sagen wagte, es sei Dank feiner Tätigkeit „judenrein", nun sechs deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens angehören, so unerfreulich ist es, daß der radikal-antise-