Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1903)
- Article
- Die Feinde des Judentums und des Kulturfortschritts
- Date
- 1903-12-01
- Page
- 701 (sequence 9)
- Language
- German
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Neues aus Galizien. 701 So mederdrückend auch für jeden Menschenfreund das Verhalten dieser Tierfreunde und Amsiemiten im niederöstei reichsichen Landtage tft, so sehr es die Hoffnung auf einen ständigen Kulturforrschritt auch herabstimmen mag. in seiner Kraßheit, — so muß man hoffen, — wild das betrübende Schauspiel der Reaktionäre, die ebenso judenwie bildungsseindlich sind, schwankende Gemüter in beiden Lagern aufrichten: die mit dem Antisemitismus Liebäugelnden wird es über den wahren Charakter dieser Volksfeinde allmählich ausklären, die Juden aber wird es stärken ut der Ueberzeugung, daß der Kamps gegen den Antsiemitismus ein Kampf für Wahrheit, Recht und Gesittung ist. Neues aus EaNzien. HH eiseemdrücke in Galizien nennt sich in bescheidener Zurückhaltung QHv ein Buch, in dem Frl. B. Pappenheim und Frl.!)r. Rabinowitsch einen sechswöchigen Aufenthalt in Galizien schildern. Außer der für eine so kurze Zeit geradezu erstaunlichen Fülle von Eindrücken und gut beobachteten, die Eigenart des Landes und seiner Bewohner in glücklicher und umfassender Weise wider spiegelnden Tatsachen, ist es noch etwas anderes, was dem Bucke seinen besonderen Weit verleiht. Es äprickt sich darin ein ehrliches und warm empfindendes Herz, ein klarer selbständiger und urteilssicherer Geist, eindringendes und dabei großzügiges Verständnis und eine lange Erfahrung auf dem Gebiet der sozialen Wohlfahrtspflege aus. In Erkenntnis drssen, daß wer die Jugend hat, der Zukunft sicher ist, wendet Frl. P. ihre Aufmerksamkeit vor allem den Schulzuständen zu. Der größte Teil der männlichen israelitsichen Jugend, vereinzelt auch die weibliche, wird in Talmudsckulen, den sogenannten Cheder, unterrichtet und zwar ausschließlich im Talmud und verwandten Stoffen und in einer so ungeschminkten und eine an und für sich frühreife Jugend so ungeeigneten Weise, daß, nach Anschauung der Bericht-' erstatterin, dieselbe Wirkung auf die Kinder ausgeübt wird, „wie es die berüchtigten B.ichtfrmzen auf die katholische Jugend tun." Hier,' wo die Jugend heranwächft nicht nur ohne Aufsicht und Erziehung, sondern