Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1903)
- Article
- Was brachten uns die Landtagswahlen?
- Date
- 1903-12-01
- Page
- 691 (sequence 1)
- Language
- German
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Im deutschen Keich. ^eiifchrjfi des Erscheint zlvölsma! im Jahre. H. AcrHrg» Berlin, Dezember 1903. Wr. 12. Was krachten uns die -Landtagswahlen? H^ie Kämpfe, die durch die Wahlen zum Abgeordnetenhaus ver- SigM anlaßt wurden, pflegen nicht mit derselben Heftigkeit geführt zu werden, wie die um die Reichstags-Mandate. Nichtsdestoweniger beansprucht der Ausgang der Landtagswahlen speziell für uns Juden ein erhebliches Interesse. Im Landtag allein können so manche Klagen über Beeinträchtigung unserer staatsbürgerlichen Rechte zu Gehör gebracht werden, z. B. auf dem Gebiete des Schulwesens, über die Anstellung von Lehrern :c., bezüglich der Rechtspflege, wie seiner Zeit über die ungleichmäßige Verleihung des Notariats rc. Leider haben die Wahlen die Macht der reaktionären Parteien nicht zu schwächen vermocht. Im Gegenteil, sie ziehen noch um etwas gestärkt in das neue Abgeordnetenhaus ein. Die Konservativen haben 5 Sitze zu den 144, die sie inne hatten, hinzuerobert. Das Zentrum kehrt etwa in gleicher Stärke wieder. Die Freikonservativen haben einige Mandate verloren, die Nationalliberalen einige gewonnen. Leider haben auch die liberalen Parteien einige Sitze eingebüßt. Die Fortschrittspartei zählt 23 (gegen 26) Mitglieder und die freisinnige Vereinigung wird zwar nicht, wie die „ Staatsbürger-Z tg." höhnt, „in einem Taxameter" zu den Sitzungen fahren können, zählt aber immerhin nur 9 Mitglieder. Bedauerlicher Weise wird auch vr. Barth, der Vorsitzende des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, dem Abgeordnetenhaus nicht mehr angehören. Sozialdemokraten sind nicht gewählt. Das „große Schachermachai-Geschäft" zwischen den liberalen und sozialdemokratischen Juden, von dem die „Staatsb.-Ztg." so viel 404727 15