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Im deutschen Reich · 1903-11-01 · Heft 11 (November 1903) · p. 683

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 11 (November 1903)
Article
[Ohne Titel] / Klinsor
Date
1903-11-01
Page
683 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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Briefkasten der Redaktion. 683 Zweck der Auffrischung des Ritualmordmärchens fabrizierte Machwerk veranlaßte uns sofort, uns an unsere Münchener Borstandsmitglieder zu wenden, denn nach dem neuen Gesetz über den sogenannten fliegenden Gerichtsstand der Presse (Reichsgesetz vom 13. Juni 1902, R.-G-Bl. S. 227) war in diesem Falle München allein zuständig. Unsere Münchener Freunde waren bereits am 4. November in der Lage, uns mitzuteilen, daß die Osterriedersche Ritualword - Postkarte in München, und in Wien beschlagnahmt worden und außerdem im deutschen Fahndungsblatte zur allgemeinen Beschlagnahme ausgeschrieben ist. -2K Briefkasten der Redaktion. R. M., Berlin. Den jetzt betriebenen „Nationalitäten-Kultus" verspottet Georg Brandes in einem „Nationalismus" überschriebenen Artikel der Wiener Zeitschrift „Die Waage". Er verweist dabei auf die ergötzliche Tatsache, daß die Franzosen ihren Namen nicht den Galliern oder Lateinern, sondern den germanischen Franken, die Engländer deutschen Angeln, die Russen skandinavischen Ruderern, die Preußen den Slawen verdanken. Ferner Härten die meisten Staaten einen Ausländer zu ihrem Nationalhelden gemacht, so Oesterreich den Savoyarden Eugen, Bayern den Flamäuder Tilly, Ungarn den Polen Bem, Frankreich den Sachsen Moritz und den Italiener Bonaparte, Dänemark den Norweger Nordenfkjöld. Aehnlich verhalte es sich mit den Herrfchersamilien, denn in Rußland herrsche eine holsteinische, in Skandinavien und Spanien eine französische, in Griechenland eine dänische, in Rumänien -eine hoheuzollernsche, in Bulgarien eine koburgifche, in England eine hannoversche Familie ustm Brandes weist außerdem darauf hin, daß auch die Männer, die in den Staaten den größten Einfluß übten, fast immer fremden Ursprungs war, Cäsar

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