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Im deutschen Reich · 1903-11-01 · Heft 11 (November 1903) · p. 672

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 11 (November 1903)
Article
Berlin
Date
1903-11-01
Page
672 (sequence 8)
Language
German
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672 Im deutschen Reich. moralischen Sieg bringen wird über den Antisemitismus und über jene, die an der Auflösung des Judentums arbeiten und sich bemühen, dem Worte „Jude" den alten ehrenden Klang zu rauben, den es für uns stets bewahrt hat. — Mitte Dezember findet Hierselbst unser IV. Kartelltag der im „Bunde jüdischer Korporationen" vereinigten „Vereine Jüdischer Studenten" zu Berlin, Breslau, München, Charlottenburg und Straßburg statt. Mit solchen Erwartungen beginnen mir das 17. Vereins-Semester. Daß unsere Bestrebungen in der jüdischen Bevölkerung immer mehr Anklang finden, dafür bürgt uns der stets wachsende Zustrom junger Semester, die mit uns an der Entwicklung eines bewußten und lebendigen Judentums Mitarbeiten wollen. — Chargierte des Vereins sind: cand. med. Fritz Salinger X, cand. phil. Bruno Kirschner XX, cand. jur. Hans Meseritz XXX- Zuschriften sind zu senden an cand. jur. Hans Meseritz, Berlin N., Auguststr. 27." Schmieget, 1. November. Der „Allgemeine Anzeiger des Kreises Schmiegel" schreibt: Die 600 Morgen große Besitzung des Herrn Louis Geisler Hierselbst ist nunmehr an eine polnische Bank verkauft worden. Letztere hat nach eigener Aussage GAvler's 10O00 Mark mehr gegeben, als Verkäufer von der Ansiedelungs-Kommission gefordert und auch bereits zugesichert erhalten hatte, und zwar sollte schon in den nächsten Tagen der Kauf zu diesem Preise abgeschlossen werden. Wenn die Verhandlungen trotzdem zu keinem positiven Resultat führten, so hatte das darin feinen Grund, daß Geisler mit der schriftlichen Zusicherung der Ansiedelung einen hiesigen Vertrauensmann der polnischen Parzellierungsbank aufsuchte und der letzteren unter Vorweis des Schreibens das Gut zu einem höheren Kaufpreise anbot. Der Handel wurde sofort perfekt und die Uebergabe ist bereits erfolgt. Die Familie Geisler war über 100 Jahre hier ansässig, und ihr jetziger Repräsentant betrachtete sich stets als eine Säule des Deutschtums. Er war auch Mitglied des Ostmarken-Vereins, Vertrauensmann des Bundes der Landwirte, Direktor der landw. Ein- und Verkaufs-Genossenschaft, Mitglied des deutschen Bürger- Vereins, Vorstandsmitglied des Krieger-Vereins und Schützen-Vereins und gehörte auch dem Magistrat an. Daß man eine so vielseitige und „bewährte" Kraft aus unserer Stadt nur mit „gemischten Gefühlen" scheiden sieht, ist erklärlich." -- Wäre dieses Geschäft von einem Juden gemacht worden, dann hätte die Staatsbürger-Zeitung" einen ergiebigen Stoff für einen Leitartikel „Ueber den internationalen Handelsmann in den Ost marken" gehabt, aber den Vertrauens-

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