Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1903)
- Article
- Heinrich S. Gelbart [Rezension]
- Date
- 1903-10-01
- Page
- 617 (sequence 2)
- Language
- German
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Eingesandt. 617 stehenden Verhältnissen die Ausbildung in dieser Disziplin kaum zu ermöglichen ist. Die Schächter sollen angewiesen werden, das Koscherzeichen erst anzulegen, nachdem der Tierarzt oder Schlachthausbeamte das Fleisch bezw. das Eingeweide für gesund erklärt hat. B. Eingesandt. In einem mehrfach, darunter auch in dieser Zeitschrift zum Abdruck gebrachten Artikel über die Abnahme der jüdischen Bevölkerung heißt es: „Sie mag auf Uebertritte vouJsraeliten zu christlichen Bekenntnissen zurückzuführen sein. Ein Rückgang der Bevölkerung jüdischer Rasse hat schwerlich stattgesunden, indessen gibt hierfür die Statistik der Konfessionen keine Auskunft." — Die Bemerkung des Statistikers, die anscheinend wörtlich zitiert ist, ist erstaunlich. Man weiß in Preußen ganz genau, daß die Geburtenziffer und selbst der Geburtenüberschuß der Juden in Preußen dauernd zurückgeht. Ich finde z. B. eine Notiz in der „Deutsch-Israelitischen Zeitung" über den prozentualen Rückgang der jüdischen Studenten; diese Notiz enthält auch Angaben über den Geburtenüberschuß der Juden. Danach betrug dieser in Preußen im Jahre 1880 4880, 1900 dagegen nur 1800, und aus 100 Juden kamen 1866 37,2 Geburten, dagegen 1893 bis 1897 nur 22,25, während die Ziffer bei der christlichen Bevölkerung 38,15 betrug. Es vollzieht sich damit ein Vorgang, der seine Parallele auch in der christlichen Bevölkerung der Großstädte hat, z. B. ergibt die Statistik der Stadt Hamburg, daß die Geburtenziffer, welche im Jahre 1893 noch 38 aus 1000 betrug, im Jahre 1902 aus 28,2 gefallen ist. wie bei der jüdischen, Bevölkerung, jst dort auch die Zahl der Eheschließungen im gleichen Zeitraum von 9,91 auf auf 8,3 für 1000 Einwohner zurückgegangen. 0.