Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 9 (September 1903)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1903-09-01
- Page
- 552 (sequence 1)
- Language
- German
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552 Hnr Deui^cöen Mietet). Nerei«s«achrich1en. Set der Hartnäckigkeit, mit welcher sich selbst in unserer aufgeklärten Zeit das Lügenmärchen vom Ritualmord erhält, erschien es dem Central-Vereine deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens nicht nur vom ärztlichen und juristischen, sondern auch vom kulturhistorischen Standpunkte aus wertvoll, die Gutachten, welche bei Gelegenheit des aus vielen Gründen tief beklagenswerten Mordes an dem Konitzer Gymnasiasten Winter seitens der sachverständigen Personen und Kollegien abgegeben worden sind, nach dem amtlichen Aktenmateriale einem größeren Leserkreise zugänglich zu machen. Entgegen der tendenziösen Ausbeutung des traurigen Falles durch gewissenlose antisemitische Hetzer übergeben wir die chronologisch geordneten Gutachten der Oeffentlichkeit, indem wir uns jeder weiteren Aeußerung und insbesondere jeder Schlußfolgerung aus dem Materiale enthalten. Wer Aufklärung will, wird sie aus den Akten unschwer schöpfen können, die der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in einer 87 Seiten umfassenden Druckschrift veröffentlicht. Die Broschüre „Die Gutachten der Sachverständigen über den Konitzer Mord" welche die hochinteressanten Zeugen- und Sachverftändigen-Aussagen der Aerzte Herren Dr. Müller sen., Dr. Arthur- Müller jun., Dr. Alois Bleske, Dr. Mittenzweig, Dr. Stürmer, des Gerichtscheinikers Dr. Bischoff, des Tierarztes Friedrich Wendt, die Gutachten des Medizinal-Kollegiums der Provinz Westpreußen und der Königlichen wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwesen zu Berlin, des Dr. Straßmann und schließlich das mündliche Gutachten des vereidigten Sachverständigen Gerichtsphysikus Dr. Puppe enthält, ist von dem Bureau des Eentral-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Berlin NW., Karlstraße 27, II portofrei gegen Einsendung von 1,70 Mk. zu beziehen. Wiederum haben wir die Freude, aus fernem Weltteil eine Beitrittserklärung zu erhalten, die beweist, wie deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens, auch wenn sie viele tausend Meilen von der Heimat entfernt wohnen, an unseren Bestrebungen lebhaften Anteil nehmen. Auf Veranlassung unserer treuen Vereinsmitglieder, der Herren Gebrüder Krause in Pernambuco, erklärten die Herren Krause, Jrrrtüos und Co. in Pärri (Brasilien), Rua St. Antonio