Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 9 (September 1903)
- Article
- Erfurt
- Date
- 1903-09-01
- Page
- 546 (sequence 2)
- Language
- German
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546 Im deutschen Rercdgestern bei WerLheim (hört, hört!), habe aber nichts gekauft (ah!). Sie haben mich auch nicht erkannt. Hätten sie mich erkannt, dann hätten sie wich sicher auf die Straße gefetzt (Pfui!) oder gar mit der jüdischen schlauen Höflichkeit behandelt (pfui!). Na, ich sage Ihnen, gehen Sie nicht in ein jüdisches Warenhaus, denn wenn das anfängt zu — brennen (wie in Budapest), dann brennt es von oben bis unten. Sie sehen also die Schädlichkeit der jüdischen Warenhäuser (sehr richtig!) und werden jetzt beim kleinen Handwerker kaufen- Sogar Offiziere gehen zu Wertheim. Einmal sah ich einen dort — Schokolade trinken (Pfui!). Die Offiziere sollten sich was schämen. Aber sie sollen auch keine Ofsizierswarenhäuser gründen. Auch die Beamten nicht. Jeder nationale Mann muß beim Kleinkrämer kaufen. Aber Juda ist noch gefährlicher. Einmal war in einer Ausstellung die Kaiserin von Juden umringt (gräßlich!) Nun hat auch Juda Lei der Pommernbank seine Hand im Spiel gehabt. Die Bank galt als antisemitisch. Gewiß waren Schulz und Romeick Spitzbuben, aber Juda wollte es nicht leiden, daß diese antisemitische Bank „Hofbank der Kaiserin" war. Deswegen wollte man sie stürzen und — Schulz und Romeick brachten arme Leute um ihre Spargroschen! Die Nationalliberalen beschützen nur den Großhandel; die Konservativen sind sehr hohe Herren, die nichts gegen die Regierung tun. Zentrum und Sozialdemokratie sind im Reichstage allmächtig. Die Sozialdemokratie wurde zum Nutzen von Juda gegründet. Jüdische Führer stehen an der Spitze; blöde, blinde Massen folgen ihnen. Die Sozialdemokratie ist nicht harmlos. Die Umstände können do ch den großen Kladderadatsch bringen. Wir fordern andere Mittel gegen die Vaterlandsfeinde. die großen Mittel Bismarcks. Ich bin aber deswegen kein Reaktionär, wie die Tribüne morgen schreiben wird (die liebe Unschuld!) Arbeitgeber muß es geben, so lange die Welt stehen wird. Stehen wir zusammen gegen den Feind. Seid einig!" (Tosender Beifall.) — Redner geht auf die Streitigkeiten in den eigenen Reihen ein. Rufe: „Pückler!" „Gewiß, meine Herren, ich halte mit dem Dreschgrafen Versammlungen ab. Pückler sagt das so vom Judendrescken. Aber wenn die Juden einmal eins feste drauf kriegen würden, was schadet's? Aber wir leben in einem Rechtsstaat, da geht das nu einmal nicht. (Schade, schade!) Ich kann auch verstehen, daß ein Arbeitgeber (Pückler) von seinen Leuten dieselbe Gesinnung fordert. Ich mache das nicht, aber ich verstehe es (!) Na, und das mit dem Judendreschen, das ist nicht so schlimm. Das sind so die kleinen Vergnügen (Schmunzelnde Zustimmung!)', die man hat". — Nun kam der Letzte Akt. Rührung in der Stimme,