Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 9 (September 1903)
- Article
- Ein deutscher Philosoph als Philosemit
- Date
- 1903-09-01
- Page
- 513 (sequence 1)
- Language
- German
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Int deutschen Reich. Srrrfchr-ift des öetlWkl StsstsbLrzn jfiiifdjn Uuktö. - Erscheint Mölfmal im Jahre. ==.^= IX. Berlin, September 1903. Wrr. 9. Gin deutscher UHilosoph als UHrlssemiL. Mit ungedruckten Briefen desselben. Von E. Jsolani. Der deutsche Philosoph, von dessen philosemitischen Bestrebungen hier berichtet werden soll, ist der am 22. Juni 1770 zu Radis (damals ein kurfürstlich sächsisches Dorf in der jetzigen preußischen Provinz Sachsen) geborene Professor I)r. Wilhelm Traugott Krug, der am 12. Januar 1842 in Leipzig starb. Die philosemitischen Bestrebungen Krug's verdienen um so mehr Interesse, als sie in die dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts fallen, eine Zeit, über welche uns der verdienstvolle Gelehrte in zwei Schriften selbst berichtet. Die erste derselben: „Meine Lebensreise. In sechs Stationen zur Belehrung der Jugend und zur Unterhaltung des Alters beschrieben von Urceus" zeichnet das Leben Krugs bis zum Erscheinungsjahr 1825. Dann griff er noch einmal zur Feder, um eine kurze Episode seines Lebens zu zeichnen: „Leipziger Freuden und Leiden im Jahre 1830. Oder das merkwürdigste Jahr meines Lebens." Diese zweite Schrift trägt mehr den Charakter einer Streitschrift als den einer autobiographischen Arbeit; sie handelt von den Kämpfen, die der Gelehrte, der im Jahre 1830 das Rektorat der Universität Leipzig inne hatte, mit den Behörden und den Studenten in jenen bewegten Tagen, da die Pariser Revolution auch in Deutschland Gährungen hervorries, zu bestehen. gehabt. Er hatte sich im Jahre 1794 mit ungewöhnlichem Erfolge zu Wittenberg habilitiert, aber durch eine Schrift „Briefe über die Perfektibilität der Religion"' einiges Mißfallen bei den sächsischen Behörden erregt, so daß er aus 12712277