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Im deutschen Reich · 1903-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1903) · p. 454

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1903)
Article
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur [Rezension]
Date
1903-06-01
Page
454 (sequence 3)
Language
German
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\J**v Josua 2, 19, beweist H. M. C., daß dieser Ausspruch auf falscher Überlieferung beruht. Dem ganzen Aufsatze möchte ich namentlich unter denjenigen unserer Glaubensgenossen weite Verbreitung wünschen, welche das neuerdings viel besprochene Stück Heyse's „Maria von Magdala" gelesen oder gesehen haben. Jedesfalls werden sie dann erkennen, daß unsere Vorfahren ganz andere Leute waren, als es nach jenem reichlich überschätzten Machwerke den Anschein hat. Sicher entspricht der in jenem Stücke auftretende Hohepriestersohn, der in ewiger Betrunkenheit mit Bibelversen um sich wirf:, den wirklichen Sittenzuständen unter den Juden jener Zeit nicht im mindesten. Das wird auch derjenige fühlen, der Bacher's interessanten Aufsatz über „Das altjüdische Schulwesen" in dem vorliegenden Bande des Jahrbuches liest. Denn dieses altjüdische Schulwesen „übte einen Einfluß auf die Gesinnung aus und erzog für das Leben." Mancherlei Anregung und Belehrung wird der Laie auch aus dem Vortrage von Guttmann über „Die Bedeutung des Judentums in der Gegenwart" und aus Lev in 's Studie „Kanzel und Katheder im Lichte des Judentums" entnehmen. Dagegen hätten die von M. Braun publizierten Mitteilungen aus dem Briefwechsel Zwischen Zunz und Kaufmann, da sie nur einen sehr kleinen Kreis interessieren können, lieber in einer speziellen Fachzeitschrift veröffentlicht werden sollen. So weit der wissenschaftliche Inhalt des Jahrbuches. Die ihm folgende Novelle von Ulrich Frank zeugt von dem bekannten Erzählertalente und Humor der Verfasserin und wird hoffentlich zahlreichen jüdischen Familien erwünschte Unterhaltung gewähren. — Den Schluß bilden wie früher „Mitteilungen aus dem Verbände der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur." Sie enthalten die erfreuliche Nachricht, daß die Zahl dieser Vereine auch im Jahre 1903 zugenommen hat. In diesen Mitteilungen ist auch ein Verzeichnis von Büchern enthalten, welche zu Anschaffungen für jüdische Vereinsbibliotheken besonders geeignet sind. Berlin. C. G. Jüdische Statistik. Der Verein für jüdische Statistik (Berlin- Halensee, Mitgliedsbeitrag 6 Mk.) läßt unter der Redaktion von vr. Alfred Nossig das umfangreiche Werk „Jüdische Statistik" erscheinen. Eröffnet wird es durch die Bibliographie der jüdischen Statistck, sodann folgen die offiziellen Berichte der jüdischen Organisationen über ihre statistischen Arbeiten. Die Jewish-Colonizatiom Association hat eine Statistik der Juden in Rußland aufnehmen lassen,

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