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Im deutschen Reich · 1903-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1903) · p. 438

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1903)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1903-06-01
Page
438 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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438 3m deutschen Reich. Herr Bruhn wettert: kauft nicht bei Juden, nimmt aber täglich die fetten Inserate jüdischer Kaufleute in feiner Staatsbürger Zeitung aus! Herr Bruhn bekämpft die liberale Presse; ferne Zeitung schreibt aber munter aus den „Judenblättern" ganze Artikel ohne Quellenangabe ab. Als Deutschester der Deutschen donnert er gegen die Polen, — in Meseritz-Bomst empfahl er die Wahl des polnischen Kandidaten gegen den deutschen. „Alles Geschäft" —Zo hat sein Gesinnungsgenosse Böckel von Herrn Bruhn gesagt. Wähler von Arnswalde-Friedeberg! Unterstützt das antisemitische Geschäft des Herrn Bruhn nicht! Duldet die „Staatsbürger-Zeitung" nicht in Eurem Haufe! Ein Mann wie Herr Bruhn darf nicht die Stimme deutscher Wähler erhalten!! Böckler, auch ein Redakteur der „Staatsb.-Zeitung", ist in Schlochau-Flatow als Kandidat aufgestellt, wiederholt bestraft, auch mit sechs Monaten Gefängnis, weil er „die Ehre eines geachteten und achtungswürdigen Mannes besudelt, die Wahrheitsliebe gröblich verletzt hat" (Gerichtsverhandlung 19. 10. 01). Er wurde „nervös", verschwand nach Wien, wurde aber von den österreichischen Behörden ausgeliefert, was nur wegen „absolut gemeiner Delikte" geschieht, wie die „Staatsb.-Ztg." hervorhebt. Werner, auch ein Redakteur der Staatsb.-Zeitung" mußte sich in einem gerichtlichen Erkenntnis sagen lassen, daß er die Unwahrheit gesagt habe, also auf gut deutsch ein Lügner sei. Seine antisemitische Gesinnung hatte ihn nämlich nicht gehindert, gegen Bezahlung einem jüdischen Berichterstatter Nachrichten zukommen zu lassen. Seine Wahrheitsliebe hatte ihn nicht gehindert, dies wiederholt in Abrede zu stellen. Wähler von Hersfeld-Hünfeld! Man mutet Euch zu, einen solchen Mann in den Reichstag zu wählen! Gebt darauf am Wahltage die Antwort: Herr Werner darf die Stimme keines anständigen Wählers erhalten!! Ahlwardt, der Neu-Stettin beglücken soll, ist als „gewerbsmäßiger Ehrabschneider" vor Gericht gebrandmarkt, mit Gefängnis bestraft, von Liebermann von Sonnenburg ein „Schmutzstück" und „Unrat" genannt. Herr Bruhn

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