Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1903)
- Article
- Breslau
- Date
- 1903-06-01
- Page
- 426 (sequence 3)
- Language
- German
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426 Fm Deutschen Reich. noch nicht eingetrofseu. Es gilt daher vorläufig abzuwarten. Bei der nächsten Etatsberatung im Reichstage wird sich hoffentlich Veranlassung finden, einmal diese Frage prinzipiell zu erörtern und die Heeresverwaltung zu einer Antwort zu bestimmen." Die Redaktion.) Die „Breslauer Zig." entnimmt der „Posener Ztg." einen x,Heimatgrüße" überschriebenen Artikel, in welchem die erste Nummer einer von Herrn Pastor Rhode in Schildberg redigierten und von dem evangelischen Pfarramt in Adelnau verlegten neuen Zeitschrift, welche diesen anmutigen Titel führt, einer scharfen Kritik unterzogen wird. In einem die Reichstagswahlen betreffenden Aufsatz jener neuen Zeitschrift hat nämlich Herr -Pastor Rhode nicht nur seine Glaubeusgnuoffen davor gewarnt, in den neuen Reichstag Sozialdemokraten oder Zentrumsleule zu wählen, sondern auch noch Folgendes gesagt: „Auch die Freisinnigen dürfen wir bei der Wahl nicht unterstützen, denn die Freisinnigen arbeiten vor allen Dingen dafür, daß der Handel möglichst großen Verdienst bringe, daß die Geschäfte gut gehen; wer aber hat bei uns — wenigsten in unserer Posener Heimat fast allen Handel und alles Geschäft in Händen? Das sind die Juden. Die haben schon Geld und Macht genug; also werden wir deutsche evangelische Männer nicht einen Freisinnigen wählen und nicht dazu beitragen, daß die Macht der Juden noch mehr gestärkt werde. Wen also sollen wir wählen? Einen Mann, der für Deutschtum und Königtum, für Christentum und für die Arbeit des deutschen Bauern, Landarbeiters, Fabrikarbeiters und Handwerkers einiritt. Solche Männer sind Zumeist in der konservativen und nationalliberalen Partei zu finden. Also einem solchen Manne gebt eure Stimme bei der Reichstagswahl am 16. Juni, deutsche evangelische Männer!" — Dazu bemerkt die „Breslauer Zeitung": „So mißbraucht ein evangelischer Pastor, dessen Pflicht es in erster Linie sein sollte, für den Frieden zu sorgen, sein Amt zu Gunsten einer politischen Partei und zwar zu Gunsten der traurigsten, die das deutsche Parteileben bisher gezeitigt hat, der antisemitischen." co Glogau, 2. Juni. Die Ehe des bekannten Grafen Pücklch- Klein-Tschirne wurde am 22. v. M. vor dem hiesigen Landgericht auf Antrag der Frau des Grafen, der Tochter des Hamburger Schiffsrheders Slomanu nach § 1568 des Bürgerlichen Gesetzbuches geschieden. Der Paragraph lautet: „Ein Ehegatte kann auf Scheidung klagen, wenn der andere Ehegatte durch schwere Verletzung der durch die Ehe