Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1903)
- Article
- Berlin
- Date
- 1903-06-01
- Page
- 424 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2316602-2316701-2316708--11195-2331762- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
424 Im deutschen Reich. Erscheinen des Angeklagten angeordnet ist, steht am 27. Juni d. Js. vormittags 9 Uhr vor dem König!. Schöffengericht I Zu Alt-Moabit an. Der Konitzer Mord wird Linnen Kurzem wieder einmal der Berliner Strafkammer zu umfangreichen Verhandlungen Veranlassung geben. Gegen den durch seine -Privatermittlungen in der Konitzer Mordaffäre bekannt gewordenen Gustav George, ferner gegen den Redakteur Gottlieb Meyer und den Buchdrucker Georg König hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben wegen Beleidigung des Lehrers Weiche! in Könitz, ferner dessen Ehefrau sowie der Richter, des Staatsanwalts und der Subalterubeamten des Landgerichts Kozn'tz. Es handelt sich in erster Reihe um eine von George verfaßte und von König gedruckte Bros chü re „Enthüllungen Zur Bluttat von Koni tz", in welcher der Lehrer Weichet schwer verdächtigt und das Verhalten der amtlichen Organe diesem Verdachte gegenüber getadelt wird. Der Angeklagte Meyer wird wegen eines Artikels Zur Verantwortung gezogen, der unter der Spitzmarke „Das Rätsel von Könitz" gleichfalls dem gegen das Weichelsche Ehepaar entstandenen Verdachte Ausdruck gab. Da George einen umfangreichen Wahrheitsbeweis antreten will, dürste die Konitzer Mordaffäre nochmals aufgerollt werden. In der Nummer 60 der „Mitteilungen vom Deutschen Israelitischen Gemeindebunde" sind von besonderem Interesse die Rundschreiben über das Wahlrecht der Ausländer, über Friedhofsordnungen und über die vielumstrittene Frage der Feuerbestattung, ferner die Berichte über die Friedrich Wilhelm Viktoria-Stiftung, die Arbeiterkolonie Weißensee, die Fürsorge-Anstalten des Bundes a. a. m. Das Heft gewährt einen erfreulichen Einblick in die gedeihliche Entwickelung des „Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes". -4° Breslau, 2. Juni. Folgenden militärischen Briefwechsel veröffentlicht das „Jüdische Volksblatt" in Breslau. „Breslau, den 7. 5. 03. 10. Comp. R. 11. Herrn Hauptmanu, Handlungscommis Breslau Wallstraße 14 pt. mit der Mittheilung, daß der Herr Haupimann auf ihre Einstellung als zweijährig Freiwilliger bei der Compagnie verzichtet, da Sie jüdischen Glaubens sind, welches die Compagnie erst nachträglich erfahren hat. Anbei Meldejchrift zurück. Im Aufträge gez. Klossa."