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Im deutschen Reich · 1903-03-01 · Heft 3 (März 1903) · p. 254

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 3 (März 1903)
Article
Walther von Reichenau [Rezension]
Date
1903-03-01
Page
254 (sequence 3)
Language
German
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254 Im deutschen Reich unter den Schriftstellern, die teils wirklich, teils wenigstens seiner Anschauung nach, der deutschen Litteraturgeschichte nicht zur Ehre gereichen, Leute wie Sacher-Mafoch und Heinz Tovote, die ganz zweifellos weder dem Glauben noch auch nur der Abstammung nach Juden waren. Eingehender Widerlegung find derartig zusammengeschmierte Hetzschriften, die wahrlich weder der deutschen Litteratur noch dem deutschen Volkstume Ehre oder Nutzen bringen, nicht wert! Leider macht die Behauptung, daß die Juden irgendwelchen anderen Menschengruppen an Begabung oder Charaktereigenschaften nachstehen, namentlich wenn sie mit mehr Geist und Kenntniffen vorgetragen wird, als ein v. Reichenau vermag, nicht selten sogar auf unsere Glaubensgenossen Eindruck. Insofern mag an dieser Stelle auf eine bedeutungsvolle Bemerkung eines hervorragenden Gelehrten unter unseren christlichen Mitbürgern verwiesen sein, eines Mannes, dessen wissenschaftliche Bildung sich zu der des Herrn von Reichenau etwa wie die Höhe des Chimborasso zu der des erbärmlichsten Maulwurfshügels verhält. Dieser Gelehrte, Professor Otto Seeck in Greifswald, sagt in seiner vorzüglichen Geschichte des Unterganges der antiken Welt (Bd. I Berlin 1897) S. 299 in Bezug auf die Juden als Teil der Semiten: „Nur einer ihrer Stämme hat sich bis auf den heutigen Tag in ungebrochener Kraft erhalten und der Weltkultur Dienste geleistet, deren Größe außer allem Verhältnis zu seinergeringen Menschenzahl steht. Als das Altertum sich dem Untergänge zuneigte, hat er die christliche Religion als Vermächtnis für eine bessere Zeit aus sich hervorgehen lassen, dann durch die Schöpfung der neuplatonischen Philosophie auch das Heidentum neu belebt. Im Mittelalter hat er fast den gesamten Geldverkehr zu monopolisieren verstanden, in der Neuzeit Europa einen seiner größten Denker geschenkt, und seit in unserem Jahrhundert die gesetzlichen Schranken gefallen sind, die ihn bis dahin einengten, gibt es kein Gebiet der geistigen und wirtschaftlichen Tätigkeit, auf dem er nicht sogar der germanischen Nation zum ebenbürtigen und oft überlegenen Mitbewerber würde." C. G. I. Loerverrberg, Aus jüdischer Seele. Gedichte. Verlag von M. Glogau jun. in Hamburg. Th. Storm läßt sich in einem Vierzeiler über Namengebung vernehmen:

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