Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 3 (März 1903)
- Article
- Berlin
- Date
- 1903-03-01
- Page
- 226 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316701-2316705-2331153--10807-2331245- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
226 Im Deutschen Reich. freier, unbeeinflußter Wahl der örtlichen Verwaltungen die besten Werke unserer volkstümlichen Litteratur enthüllen, sind ein Bildungs- Mittel von der weittragendsten Bedeutung für große Teile unseres Volkes. Den kleineren und unbemittelten Gemeinden diese Bildungseinrichtung, die sie zur Zeit noch vielfach entbehren müssen, zu gewähren, war Heinrich Rickerts Ideal gerade in seinen letzten Lebensjahren. So soll sein Name in dem von ihm begründeten Werke fortleben. Beiträge werden an den Unterzeichneten Schatzmeister der Gesellschaft, Herrn Verlagsbuchhändler Rudolf Mosse, Berlin SW. 19, Jerusalemerstr. 48/49, erbeten. Quittung erfolgt außer in der Tagespreffe in dem Organ der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung „Der Bildungs-Verein". — Das Verdienst Heinrich Rickerts um die Abwehr des Antisemitismus ist ein so allgemein anerkanntes, daß die deutschen Juden allen Grund haben, dem Dahingeschiedenen durch Unterstützung der Rickert-Stistung ein Ehrendenkmal zu setzen, das dauernder als Erz seinen Namen mit der Vermehrung deutscher Volksbildung verbindet und jene allgemeine Aufklärung fördern hilft, von der wir die beste Bürgschaft für die Wahrung unserer Rechte erhoffen. Der „Verein jüdische Arbeiterkolonie und Asyl" versendet seinen ersten Rechenschaftsbericht, dem die bei der Eröffnung der Kolonie in Weißensee von Herrn Rabbiner Or. S. Maybaum gehaltene Weiherede beigefügt ist. Die erste Mitglieder-Versammlung des Vereins ist am 15. März d. Js. im Bureau des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes, Berlin W., Steglitzerstraße 85, abgehalten worden. Unter der Ueberschrift „Wieder eine neue Spur" berichtete die Staatsbürger-Zeitung am 20. Februar, es sei ihr aus Schneidemühl gemeldet worden, daß die dortige Polizeibehörde gegen einen daselbst gebürtigen Buchdrucker Leonhard in der Winter'scheu Mordsache überraschende Aufklärungen erhalten habe. Der Aufenthalt des Leonhard sei bisher noch nicht ermittelt. Steckbrief sei erlassen. Dazu bemerkte das Antisemitenblatt: „Auch hier handelt es sich offenbar um eine jener falschen Spuren, die immer wieder auftauchen werden, solange die Behörden auf dem verkehrten Standpunkt verharren, daß die Schuldigen unter den Juden unter keinen Umständen zu suchen seien." Am 24. Februar mußte aber bereits die „Staatsbürger - Zeitung" die ihr von der Polizeiverwaltung in Schneidemühl gesandte nachstehende Berichtigung veröffentlichen: „Die Nachricht in Nr. 86 (Abend-Ausgabe) der