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Im deutschen Reich · 1903-02-01 · Heft 2 (Februar 1903) · p. 179

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 2 (Februar 1903)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1903-02-01
Page
179 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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NereiAsuachrichlsR. 8'er Central- Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens beging die Feier seines zehnjährigen Bestehens am 2. d. M. in dem großen Saale der „Philharmonie" durch eine festliche Veranstaltung, welche einen ebenso vornehmen wie harmonischen Verlauf nahm, auf alle Teilnehmer sichtlich einen Liefen Eindruck machte und für sie gewiß eine angenehme Erinnerung bilden wird.' Weit über 2000 Personen füllten bei diesem Feste alle prächtigen Räume des größten Saales in jenem Stadtteile Berlins, als die Feier durch ein von dem Organisten der neuen Synagoge, Herrn Franz Rokitzki komponiertes und trefflich vorgetragenes Orgelvorspie! stimmungsvoll eiugeleitet wurde. Daran schloß sich der nachstehende von Herrn Gustav Levinstein gedichtete schwungvolle Prolog, dessen Schönheiten durch den künstlerischen Vortrag der Frau Johanna Meyer g?b. Lövinson Zur vollsten Geltung gelangten und reichen Beifall fanden. So seid gegrüßt, die Ihr aus Deutschlands Gauen Gekommen hier vom Osten und vom West Von Nord und Süd, Ihr Männer und Ihr Frauen, Zu feiern mit uns unser Stiftungsfest. Aus tausend Blicken seh'n wir leuchtend strahlen Der Liebe Zug, der aus dem Herzen steigt, Und hingegeben allen Idealen Zum Göttlichen, zum Ewigen sich neigt. Zehn Jahre sind es an dem heutigen Tage, Da sich die Ueberzeugung laut brach Bahn, Daß nicht mit Schweigen, nicht mit leerer Klage Der Kampf zu führen gegen Trug und Wahn, Daß wir vereinet nicht mit Furcht und Bangen Den Nacken beugen, daß der Blick nicht fleht, Daß wir nicht bitten, nein, daß wir verlangen. Daßman uns wahr' des Rechtes Majestät. Denn Deutsche sind wir, und dem Vaterlands Ihm dienen wir mit unserem Herz und Blut, Mit ihm verknüpft sind aller Liebe Bande, Was einst uns lieb in seiner Erde ruht. In Deutschlands Munde leben Zions Lieder, Der Harfe Klang durch seine Fluren weht, In seine ärmsten Hü.ten steigt hernieder Der Trost des Weltalls — Israels Gebet.

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