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Im deutschen Reich · 1903-02-01 · Heft 2 (Februar 1903) · p. 134

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 2 (Februar 1903)
Article
Die kaufmännische Ehre bei den Juden
Date
1903-02-01
Page
134 (sequence 6)
Language
German
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134 Fm deutschen Reich. unter den Barbarenhänden der germanischen Eroberer, und diese Trümmer, diese Splitter scheinen unheilbar und unvereinbar für alle Zeiten. Da tritt ein Volk in die Bresche, von der Vorsehung berufen, überall da, wo sie sich losgelöst, die Fäden des mächtigen Netzes, welches wir die Kultur der Menschheit nennen, von neuem anzuspinnen. Die Juden sind es, die jene Scherben und Splitter kaleidoskopisch von neuem zusammensetzen. Ursprünglich und seit unvordenklichen Zeiten waren die Juden ausschließlich Ackerbauer. Der bekannte Präsident der königlichen Akademie der Wissenschaften in München, Stiftsprobst Ignaz von Döllmger, sagt in einer berühmt gewordenen Rede: „Ein arbeitsames Volk waren die Juden immer. So lange sie einen eigenen Staat bildeten, waren Feldbau, Gartenbau und Handwerk ihre vorherrschende Beschäftigung. Unter ihren Händen war Palästina eines der am besten bebauten und fruchtbarsten Länder der Erde. War doch auch das mosaische Gesetz aus die Bodenkultur, auf die Förderung von Getreide-, Wein- und Ackerbau gerichtet. Auch in den ersten Jahrhunderten nach Christus und nach der Zerstreuung des Volkes blieb dieses seinen alten Sitten treu ic.111) Palästina litt aber an einer Ueberbevölkerung und nötigte zu einer Kolonisierungspolitik, welche von den ereignisreichsten Folgen für die Zukunft geworden und die jüdischen Ackerbauer in energische Handelsleute gewandelt hat. Aus dem ersten Jahrhundert der üblichen Zeitrechnung ist auf uns ein Werk gekommen, welches man bisher dem Arrian zugeschrieben hat, welches aber in Wahrheit wohl von einem Juden in Alexandrien herstamwt, wo jüdischer Handel frühzeitig in höchster Blüte stand. Die Schrift schildert die Seefahrt dieses jüdischen Kaufmannes durch das erythräische Meer und die Küsten Dorderasiens entlang, ein unglaubliches Wagnis in jener Zeit. Aus dem Berichte eines arabischen Oberpostmeisters im 9. Jahrhundert erfahren wir, daß jüdische, ausschließlich und allein jüdische Kausleute einen ununterbrochenen Handel von der Meerenge von Gibraltar bis nach China unterhielten. Man denke sich einen enggeschlossenen Gürtel von jüdischen Kolonien rings um das Mittelmeer bis tief in das Binnenland hinein! Vom Mittelmeer aus ging es entweder zu Lande nördlich durch die Steppen Vorder- und Mittelasiens, vor denen noch heute der Fuß des kühnsten Forschers zurückx) In Men affe Len Zisraels Eingabe an Crornwell, welche auch sonst wichtiges einschlägiges Material enthält, wird der Vers Secharja 14, 21 in kaufmannsseindlichem Sinne angeführt.

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