Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1903-02-01 · Heft 2 (Februar 1903) · p. 129

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 2 (Februar 1903)
Article
Die kaufmännische Ehre bei den Juden
Date
1903-02-01
Page
129 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2316602-2316701-2316704-2330992--10655-2331060
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

129 Die kaufmännische Ehre bei den Juden. Die Laufmä»»ische Ohre Sei de» Juden?) Vortrag von Rabbiner Dir. Mar Grunwa! d aus H a in b u r g. fm Talmud heißt es einmal: Seefahrer berichteten: „Einst erhob sich vor uns eine gewaltige Woge, die unser Schiff zu verschlingen drohte. Ein blendender Feuerschein krönte ihr Haupt. Doch wir schlugen sie nieder mit einem Stabe, der die Worte trug: Ich werde sein, der ich bin, der Herr der Heerscharen, Zlmen Sela." M. V.! Was der heutigen Strömung gegen uns Inden eine ganz besondere Gefährlichkeit verleiht, daß ist die Tatsache, daß sie nicht nur die urteilslose Menge, sondern selbst die höchsten Spitzen der Gesellschaft ergriffen hat, und Laß eine Scheinwiffenschaft, die diese Bewegung schürt, ihre Pfeile m ein blendendes Gift taucht, welches geeignet ist, selbst in unserem eigenen Lager manchem das Urteil zu trüben und die Festigkeit der Ueberzeugnng zu erschüttern. Umsomehr ist es uns Pflicht und Aufgabe, diese Woge mit dem blendend schillernden Schaum, wo immer sie auftaucht, niederzuschlagen mit der einzigen Wehr, die uns Gott gegeben, mit dem Gottesstabe der unbestechlichen, unverfälschten Wahrheit. Ein Wiener Schriftsteller, von dem seine Freunde geschäftig die Kunde verbreiten, der deutsche Kaiser lasse ihm die Sonne feiner l) Auf die Erörterungen, welche die „Kreuz-Ztg?, die „Post", die „Deutsch-sozialen Blätter" und die „Staatsbrstger-Zlg.ft, die erste und die letztere sogar wiederholt, diesem am 14. Januar 1903 im „Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" gehaltenen Vorträge gewidmet haben, wähle ich diesen Abdruck mit Angabe der Quellen als das nt. E. beste Mittel der Erwiderung. — Daß übrigens auch in christlichen Kreisen andere und objektivere Urteile gefällt werden, dafür nur ein Beispiel: Herr Pastor Schall in Goslar schrieb mir am 16. Januar: Hochgeehrter Herr! In der „Kreuz-Ztg." vom 16. Januar lese ich ein Referat über einen von Ihnen in Berlin am 14. Januar gehaltenen Vortrag, der mein Interesse in hohem Grade erregt, weil er sich wesentlich 'mit meinen Anschauungen deckt. Diese Anschauungen habe ich vor wenigen Jahren in einem wissenschaftlichen Buche dargelegt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.