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Im deutschen Reich · 1903-01-01 · Heft 1 (Januar 1903) · p. 94

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 1 (Januar 1903)
Article
Berlin
Date
1903-01-01
Page
94 (sequence 14)
Language
German
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94 Fm deutschen Reich- In dem Lebensbilde des Heimgegangenen Ausschußmitgliedes E. Rosenstiel wird dessen Bedeutung für Verbesserung des jüdischen Wohltätigkeitswesens in der Richtung auf Erziehung zur Selbsthilfe gewürdigt. Daß sich der Landesverein für israelitische Kultusgemeinden in Bayern dem Deutsch-Zraelit. Gemeindebunde angeschlossen hat, scheint ein Zeichen für fortschreitende Erkenntnis der Notwendigkeit des Zusammenschlusses der jüdischen Organisationen. Es folgt ein Artikel über die beiden Fürsorge-Erziehungsanstalten in Repzin und Plötzensee und über die Arbeiterkolonie in Weißensee. Die ,,schwarze Liste" der unterstützungsunwürdigen Petenten dürfte den Interessenten noch nicht genügend bekannt sein. Die Frage der „Grenzbüreaus" und die Zentralisierung der Bestrebungen zur Förderung des Handwerks bedürfen wohlwollender Beachtung. Ebenso würde der Gesamtheit ein Dienst erwiesen werden, wenn unsere Bitte wegen Beantwortung der statistischen Enquete-Bogen Gehör fände." < Breslau, 23. Januar. Die „Breslauer Ztg." berichtet ,,Mittwoch abend fand im großen Saale der Lejsingloge eine äußerst zahlreich besuchte Versammlung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens statt. Zunächst begrüßte der Leiter der Versammlung, Dr. Reich die als Gäste erschienenen Berliner Vorstandsmitglieder, Rechtsanwalt Dr. Horwitz und Generalkonsul Eugen Landau, gab seiner Freude über den so zahlreichen Besuch Ausdruck und streifte dann in kurzer Rede die Ereignisse der letzten Jahre. Der Hauptredner des Abends, Rechtsanwalt Dr. Horwitz- Berlin, begegnete zunächst dem Vorwurfe, der Verein denunziere. Wenn das Gesetz in gewissen Fällen Anzeige zu erstatten fordere, so könne doch das Denunzieren nicht etwas unter allen Umständen ehrloses sein; manchen Leuten könne man nur mit der Knute beikommen. Und der Erfolg rechtfertige das Vorgehen des Vereins, es lasse sich nicht leugnen, daß eine gewisse Presse ganz entschieden zurückgedrängt worden sei. Nach außen hin habe der Verein stets die Interessen der gesamten deutschen Juden vertreten und sei zu diesem Zwecke mit den Reichs- und Staatsbehörden wiederholt in Verbindung getreten. Auch nach innen habe der Verein eine segensreiche Tätigkeit entfaltet und danach gestrebt, die deutschen Juden zur Verteidigung der ihnen von der Verfassung gewährleisteten Gleichberechtigung zusammenzuschließen. Die Stärke des Vereins beruhe aber nicht zum mindesten auf seinem Prinzip, daß jeder deutsche Jude, gleichviel welcher religiösen oder politischen Richtung er folge, chm angehören könne. Zum Schluß sprach Redner die Hoffnung aus, am zehnjährigen Stiftungsfeste des

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