Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1903)
- Article
- Berlin
- Date
- 1903-01-01
- Page
- 81 (sequence 1)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 81 K»xxesUoirde»?e». & Berlin, 20. Januar. Der bekannte Assyriologe Professor vr. Friedrich Delitzsch hat am 12. d. Mts. einen zweiten Vortrag über „Bibel und Babel" in der Sing-Akademie vor dem Kaiserpaare und einer auserlesenen Gesellschaft gehalten. Dieser zweite Vortrag überbot den ersten noch an gewagten Hypothesen. Dr. Delitzsch hat in seinem Vortrage so ziemlich alles den Juden ab- und den Babyloniern zugesprochen; er ist bis zu der Anschauung gelangt, daß der ganze Offenbarungsgedanke des Alten Testamentes wissenschaftlich unhaltbar sei! Mit diesen Hypothesen sich auseinanderzusetzen, ist nicht Sache des Central-Vereins, sondern der Fachgelehrten. Uns bleibt Moses nach wie vor der große Gesetzgeber und auch das Judentum unerschüttert; denn wir Juden werden uns das Alte Testament, für das unsere Märtyrer sich geopfert haben, nie rauben lassen. Wie weit die Protestanten das Erbteil ihrer großen „Reformatoren," die Bibel und ihre Heilswahrheiten, opfern wollen, um das von Martin Luther mit einem scharfen Wort gekennzeichnete „Babel" zu verehren, ist ihre, nicht unsere Sache! Im „Berliner Tageblatt" veröffentlicht unser geschätztes Vereinsmitglied, Rechtsanwalt vr. Ernst Auerbach in Frankfurt a. M. folgende Besprechung der im Verlage von Franz Vahlen in Berlin erschienenen 8. Auflage des Werkes, „Referat, Votum und Urteil", vom Reichsgerichtsrat a. D. Hermann Daubenspeck: „Wenn ich die Schrift zum Gegenstand einer Besprechung mache, so habe ich nicht die Absicht, eine Rezension zu schreiben.