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Im deutschen Reich · 1902-12-01 · Heft 12 (Dezember 1902) · p. 720

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 12 (Dezember 1902)
Article
G. L., Konstanz
Date
1902-12-01
Page
720 (sequence 2)
Language
German
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720 Fm deutschen Reich. Er Lehrte Schonung, SanfLmuLh, Duldung üben, Verfolgung war der hohen Lehre fern; Ec lehrt: ,ohn' Unterschied die Menschen lieben. Verzeih' dem Schwachen und dem Feinde gern!"' Ich glaube an des Geistes Auserstehen, Daß, wenn dereinst das matte Auge bricht. Geläuterter wir uns dort Wiedersehen: Ich glaub' und hoff' es, doch ich weiß es nicht! Dort, glaube ich, werd' ich die Sehnsucht stillen. Die hier das Herz oft foltert und verzehrt. Die Wahrheit, glaub' ich, wird sich dort enthüllen Dem Geiste klar, dem hier ein Schleier wehrt. Ich glaube, daß für dieses Erdenlebcn, — Glaub's zuversichtlich, trotz der Deutlerzunft, — Zwei schöne Güter mir der Herr gegeben: Das eine — Herz, das and're heißt Vernunft! Die letzt're lehrt mich prüfen und entscheiden. Was ich fi r Recht und Pflicht erkennen soll. Laut schlägt das erste bei des Bruders Freuden, Nicht minder, wenn er leidet, warm und voll. So will ich denn mit regem Eifer üben. Was ich für Wahrheit und für Recht erkannt: Will brüderlich die Menschen alle lieben. Am Belt, am Hudson und am Gangesstrand. Ihr Leid zu mildern und ihr Wohl zu mehren. Sei jederzeit mein herrlicher Beruf, Durch Thaten glaub' ich würdig zu verehren Den hohen Geist, der mich und sie erschuf. lind tret' ich dann einst aus des Grabes Tiefen Hin vor des Weltenrichters Angesicht, So wird er meine Thaten strenge prüfen. Doch meinen Glauben — nein, das glaub' ich nicht! Der „Badezeitung" ist die Wiederauffrischung dieser Publikation nicht weiter verdacht worden, aber als die von dem jüdischen Redakteur L. Weil geleitete „Jagstzeitung" dasselbe Gedicht brachte, erschien in der Nr. 132 der Zeitschrift „Jpf" ein von dem katholischen Pfarrer Waldraff in Auernheim verfaßter Artikel, in welchem dem „israelitischen Dogmatiker Weil vorgeworfen.wurde, ein hirnlos Machwerk voll

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