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Im deutschen Reich · 1902-11-01 · Heft 11 (November 1902) · p. 661

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 11 (November 1902)
Article
Jacob Gerzon [Rezension]
Date
1902-11-01
Page
661 (sequence 3)
Language
German
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Bücherschau. 661 in den Kreis der Betrachtung hineingezogen werden und wenn man so weit gekommen ist, auch örtliche Unterschiede genauer festzuftellen. Noch nützlicher und interessanter als die sprachliche Seite ist vielleicht das literaturgeschichtliche Studium derjenigen zahlreichen jüdisch-deutschen Manuskripte und Drucke des 16. und 17. Jahrhunderts, deren Stoff auf deutsche Quellen zurückgeht oder deren Form von deutschen Vorbildern beeinflußt ist. Don deutschen Bibliotheken würde namentlich die Münchener eine reiche Fundgrube für den Forscher sein, der sich dieser Aufgabe widmen wollte. Eine Reihe von Auszügen, die sich der Referent vor etwa 15 Jabren in München gemacht hat, würde er sehr gern einem geschulten Germanisten zur Verfügung stellen, der zugleich Zeit und Neigung bat, dieses Gebiet zu bearbeiten. Charlottenburg. F. Rcsenberg. H. C., Wie Treitschke citiert und Geschichte schreibt. Abdruck aus der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums." Druck von Rudolf Messe in Berlin. 1902. 8°. 15 Pfg. Bei Gelegenheit eines Prozeffes, den die antisemitische „Deutsche Hochwacht" gegen eine ihre Wahrheitsliebe kennzeichnende Ausführung in den Mittheilungen des Vereins gegen den Antisemitismus richtete, hatte die „Hochwacht" sich auf Treitschke's „Deutsche Geschichte" für die alberne Behauptung berufen, daß die Juden sich das Hauptverdienst an dem glücklichen Ausgange der deutschen Freiheitskriege anmaßen. Dies gab einem Berliner Juristen H. C. Gelegenheit, die Ausführungen Treitschke's über die Schriften, welche von Juden zur Znt der antisemitischen Bewegung des zweiten Decennium des 19. Jahrhunderts veröffentlicht wurden, auf ihre Stickhaltigkeit zu prüfen. Diese Prüfung „hat nun das überraschende Ergebnis gezeitigt, daß die Treitschke'sche Darstellung sich im Wesentlichen auf falschen beziehentlich entstellten Eitaten aufbaut." Bereits zu Lebzeiten Treitschke's hatte ein hervorragender christlicher Hi/toriker Hermann Baumgarten, gezeitigt, daß „unbefangeneWahrheiteliebe, Sorgfalt ruhigerUntersuchung und Gerechtigkeit des Urtheils" „in ungewöhnlichem Maaße* dem zweiten Bande von Treitschke's Deutscher Geschichte „fehlen," (Beilage zur „MünchenerAllg. Ztg." vom 12. Dez. 1882) in welchem sich auch die von H. C. geprüften Stellen finden. Dieselbe Thatsache, daß Treitschke nicht nur in der Darstellung subjektiv war, sondern auch den objektiven Thatbestand, wo feine persönlichen GesühIeHr Betracht kam, verwirrte und fälschte,

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