Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 11 (November 1902)
- Article
- Jacob Gerzon [Rezension]
- Date
- 1902-11-01
- Page
- 659 (sequence 1)
- Language
- German
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Bücherschau. 65» Köcher schau. Jacob Eerzon, Die jüdisch-deutsche Sprache. Eine grammatischlexikalische Untersuchung ihres deutschen Grundbestandes. Frankfurt a. M. (I. Kauffmann) 1902. 133 S. Jacob Gerzen, ein Germanist aus der Schule von Prost ssor Braune, hat sich dadurch sehr verdient gemacht, daß er ein Gebiet zu bearbeiten unternahm, sür das es neben tüchtigen germanistischen Kennt* nissen und ziemlich eingehenden hebräischen Studien auch einer gewissen Versenkung in die Eigenart des Vclkothumes der osteuropäischen Juden bedurfte: er hat die jüdisch-deutsche Sprache nach ihrer lautlichen und grammatischen Seite und auch nach ihrem Wortschätze untersucht. Unter jüdijch-dcutsch versteht er „die Sprache der Juden, deren Vorfahren im Laufe des Mittelalters aus Deutschland vertrieben, in den slavischen Landern eine Zufluchtsstätte fanden." Zu Grunde liegen der Arbeit mehrere Terle, die zwischen 1889 und 1896 meist in Warschau, aber auch in Odessa und Berditjchew erschienen sind; daneben hat er mündliche Mit!Heilungen benutzen können, die ihm eine Reihe russisch-jüdi'cher Studenten gemacht habn. Daß eine Beschäftigung mit dem Jütisch-Deutschen allgemeines Interesse hat und nicht etwa bei Serte zu schieben ist mit der billigen Bemerkung, daß es nur ein „elender Jargon" sei, wird heute wohl jeder Sprachforscher anerkennen: man ist sich jetzt der Aufgabe bewußt, daß man in jeder Sprechweise, selbst der der Kinder, diejenigen psychologischen Momente zu ermitteln hat, die gewissen Formen oder bestimmten Satzverbindungen ihr Dasein gegeben haben. Und wenn wir auch finden, daß diese oder jene Wendung auf eine Unsicherheit