Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 11 (November 1902)
- Article
- A. S., Berlin
- Date
- 1902-11-01
- Page
- 651 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Redaktion- 651 Briefkasten der Redaktion. A. T., Berlin. Ob Sarah Bernhardt Jüdin ist? Es kann Ihnen nicht unbekannt sein, daß für uns nicht die Abstammung, sondern nur das Bekenntnis entscheidend ist. Die große Künstlerin ist Christin. Ergötzlich wirkte das Gast'piel derselben auf die raffe« antisennlische ^Staatobürger-Ztg.^, welche cs am 29. Oktober in einem „Sarah Bernhardt — eine Frankfurter Jüdin" überschriebenen Artikel als Zeinen neuen Triumph des internationalen Judenthums" bezeichnere und auf Grund der Erzählung eines 82 Jahre alten Lesers der „Staatebürger-Ztg." die .als mustergiltiges Vorbild der deutschen Kunst gepriesene Französin für die Tochter des Pferdezaftcrs Feibel Bernhardt aus Frankfurt a. O". ausgab. Dem 82 Jahre alten Manne war das nicht weiter übel zu nehmen, denn wer in hohen Jahren nichts weiter als die „Staatebnrger-Ztg." liest, der sieht „mit diesem Trank im Leibe"' zwar nicht mehr „Helena in jedem Weibes aber überall Juden und Jüdinnen. Ergötzlich im höchsten Grade ist. wie das Antrsemitcnblatt sich selbst widerspricht: Eö verhöhnt am 29. Oktober die ^iübifd^e Komödiantin" und wirft die Frage auf: „Was soll dieser Rummel, was soll dieses Beifallklatschen? Ist Deutschland wieder von den Juden hypnotisiert?" Am Tage darauf berichtet es: „2>cr zweite französische Gastabend sah wiederum das Haus auf allen Plätzen besetzt, und in der Hcflege links waren der Kaiser, die Kaiserin und Kronprinz Christian von Dänemark anwesend. Mit dem Fest der Königin steigerte sich das Jntereffe für das Stück und seine Vorgänge durch die meister-