Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1902)
- Article
- Die Gedichte der Bibel [Rezension]
- Date
- 1902-10-01
- Page
- 597 (sequence 3)
- Language
- German
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Büchc-rschau. o^7 möchte das Buch Zu den Freunden der Bibel, denen es gewidmet ist, unzählige neue hinzu erwerben. U. F. Dr. Alfred Waldenburg. Das isocephale blonde Nassenelement unterHalligfriesen und jüdischenTanbstummen. Verlag von S. Calvary L Co., Berlin 1902. Man hat viel von der „Degeneration" der jüdischen Rasse gesprochen und einen Beweis dafür in dem zur Zeit noch hohen Prozentsatz an Geisteskranken und Taubstummen zu erblicken gewähnt. Allein abgesehen davon, daß man mit einer geradezu verblüffenden Kurzsichtigkeit zwischen Geisteskrankheit und Geisteskrankheit nicht geschieden, geschweige denn die Ursachen der Psychosen gesondert hat — was will die vermeintliche Entartung des jüdischen Stammes besagen gegenüber einer Degeneration, der der Verfasser zu seiner eigenen Ueberraschung unter einer Menschbeitsgruppe begegnet ist, die man bisher gewohnt war für die einzigen Vertreter des „rassenreinen" „Germanenthums" auf deutscher Erde zu halten. Run, wie weit es trotz Inzucht, ja sogar trotz nahester fortgesetzter Inzucht mit ihrer Rassenreinheit her ist oder gar mit ihrem „Germanenthum", das lehren nicht nur die vielen brünetten Individuen inmitten der blonden Insulaner, die der Verfasser auf Fohr, Amrum und den Halligen beobachtet hat, das zeigt vor allen Dingen die enorme Ziffer blonder extremster Kurzköpfe, die das diametrale Gegentheil des germanischen Langschädels darstellen, welcher — und das ist der springende Punkt! — auch nicht in einem einzigen Wesen der vom Verfasser so zahlreich gemessenen Halligfriesen verkörpert war. Eine köstliche Ironie, wenn man bedenkt: Unter den raffenreinften Germanen kein einziger Langschädel, dagegen unter den von dem Verfasser gemeffenen, nicht mit Taubstummheit belasteten Juden 14,7 %. Und der Humor wird noch würziger, wenn man bedenkt, die Gennanophilen sehen im „Langschädel" das reinste germanische Raffenmerkmal, ohne zu ahnen, daß ein hochbedeutender Anthropologe im „Langschädel" gerade das Urbild des reinen Semitismus erblickt, sobald nur dieser Langschädel unter dunklen Haaren sich verbirgt und arabisch-mittelländischen Ursprungs ist!" *) War dieser Dolrchocephalos unter den von dem Verfaffer gemeffenen unbelasteten Juden in zwar gerade nicht sehr hohem, doch immerhin ganz erklecklichem Prozentsätze vertreten — l8,2°/0 der männlichen Juden, 7,7 °/0 der weiblichen gehören ihm ') Daß nichtsdestoweniger keine Identität zwischen semitischem und „germanischem* Langschädel besteht, folgt aus einer Entdeckung des Or. Waldenburg, die er auf S. 38 seiner Arbeit angedeutet.