Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1902)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1902-10-01
- Page
- 589 (sequence 4)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. 589 helfen werde. Die Erinnerung daran, daß am 5. Februar 1903 zehn Jab re seit der Begründung des Central-Vereins verflossen fein werden, dürfte dazu dienen, diesen Eifer noch zu steigern. Es ist höchst wünschenswert!), daß bei der Feier des zehnjährigen Bestehens des Central-Vereins diesem ermöglicht .werde, sich als eine in glänzendem Aufschwung begriffene größte Vereinigung der deutschen Juden darzustellen. Dazu können außer unseren hiesigen Vereinsmitgliedern insbesondere auch unsere auswärtigen Vertrauensmänner beitragen, indem sie der an sie seiner Zeit ergehenden Einladung zu diesem Feste Folge leisten, ferner die dem Central-Vereine corporativ angeschlossenen Gemeinden, indem sie durch Delegierte ihre Theilnahme an unseren Bestrebungen auch Ln festlicher Stunde bekunden. — Wie bereits kurz in dieser Zeitschrift mitgetheilt wurde, soll zunächst am Sonnabend, den 1. November im großen Oberlichtjaale der Philharmonie, Berlin SW., Bernburgerstr. 22 23 eine allgemeine Dereinsversammlung abgehalten werden, für welche Herr Kirchenrath Rabbiner Dr. Th. Kroner aus Stuttgart einen Vortrag über .Jud Süß"' gefälligst zugesagt hat. A. L. ja Briefkasten der Redaktion. B. (£., Berlin. Der in der „Gegenwart" am 13. September veröffentlichte Artikel „Die Judenfrage als Wirthschafts- und Rassenproblem" von Johannes Gaulke wird treffend mit den Worten eingeleitet: „Es ist das alte Lied!" und enthält eine weitere Selbstironie in der gleich in den ersten Sätzen sich findenden Behauptung, daß „die Träger der antisemitischen Bewegung ihr oft am meisten schaden." Das gilt nicht etwa nur von Ahlwardt und Pückler. die nach der Meinung des Herrn Gaulke „Volksbelustigungen im Stile des „Americain-Theaters" veranstalten, sondern auch von jenen Wirthschafts- und Raffen-Antisemiten, welche wie Herr Gaulke aus „pangennanischer Kehle" genau dasselbe alte Kampflied in einer anderen Tonart anstimmen! Sie bekunden die gleiche „Antipathie" und dieselben „Raffeinstinkte" wie die von ihnen getadelten Veranstalter der Zwanzig-Pfennig-Vcrsammlungen und betrachten genau so wie jene