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Im deutschen Reich · 1902-09-01 · Heft 9 (September 1902) · p. 520

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 9 (September 1902)
Article
[Ohne Titel]
Date
1902-09-01
Page
520 (sequence 1)
Language
German
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520 Im deutschen Reich. Vereinsrrachrichirn. EjU den Angelegenheiten, mit welchen der CenLral-Verein sich beschäftigt, gehört auch die Ueberwachung des Treibens der Schächtgegner, welches darauf abzielt, durch die fortgesetzte Behauptung, daß das Schächten eine Tierquälerei sei, ein Verbot der rituellen Schlachtmethode herbeizuführen, die, wie jede andere religiöse Einrichtung der Juden, durch Gesetz und Verfassung geschützt ist. Welche Mittel bei der antisemitischen Agitation gegen diese Schlachtmethode gebraucht werden, zeigt ein in der „Kieler Ztg." veröffentlichter Bericht über eine im Hotel Union in Kiel kürzlich abgehaltene Versammlung des dortigen Thierschutzvereins. In diesem Bericht heißt es: „Der Vorsitzende, Schlachthofdirektor Rufer, legte die zahlreichen Eingänge vor und schenkte der kürzlich erschienenen Schrift des Medizinalraths Dr. K. Mittermaier in Heidelberg: „Das Schlachten, geschildert und erläutert auf Grund zahlreicher neuerer Gutachten" besondere Beachtung. Vorweg mag bemerkt werden, daß auf dem Heidelberger Schlachthofe das Schächten verboten ist. In der Broschüre wird das Schächten als eine inhumane Tödtungsweise bezeichnet und zwar deshalb, weil die Betäubung vor Eröffnung der Blutgefäße unterbleibt." Der Vorstand des Central - Vereins wandte sich nach Heidelberg, um eine authentische Widerlegung der unglaublichen Behauptung zu erlangen, mit welcher man offenbar versucht hatte, in Kiel für ein Verbot oder mindestens für eine Einschränkung des Schächtens Stimmung zu machen. Darauf ging folgender Bescheid des Bezirks - Rabbinats Heidelberg ein: Antwortlich Ihrer geehrten Anfrage vom 8. d. M. J.-Nr. 4168 erlaube ich mir ergebenst zu erwidern, daß an der Behauptung, auf dem hiesigen Schlachthofe sei das Schächten verboten, natürlich kein wahres Wort i ft. Wir haben einen eigenen Schächter angestellt, der nur zu schachten hat. Nach offizieller Auskunft des Hallenmeisters des Schlachthofes sind vom 1. 1. bis 1. 9. d. I. allein 348 Stück Großvieh geschachtet worden. Die Zahl des Kleinviehs laßt sich schwer angeben. Uebrigens hat Herr Schlachthofdirektor Rufer im Kieler Thierschutzverein selbst berichten müssen, daß die bisher mit der von ihm so warm empfohlenen Benutzung der Schußmaske bei dem Schlachten gemachten Erfahrungen geradezu klägliche sind. Er berichtete

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