Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 9 (September 1902)
- Article
- Ein unerfreuliches Ereigniß und der Nutzen, den es stiften kann
- Date
- 1902-09-01
- Page
- 489 (sequence 1)
- Language
- German
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Ein unerfreuliches Ereigniß und der Nutzen, den es stiften kann. 489 Km unerfreuliches Kreigniß und der Wutzen, den es stiften kann. Von Bernhard David. Die wenig erquicklichen Ausführungen des Herrn stud. pbil. Dombrowski-Leipzig, die derselbe auf dem am 23. und 24. Mai in Weimar abgehaltenen 3. Kongresse der Finkenschaft zum Besten gab, scheinen geeignet, einen Erfolg herbeizuführen, der von dem betreffenden Herrn allerdings am wenigsten erwartet und sicher nicht erstrebt wird. Man braucht gar nicht sehr bösartig zu sein, um sich hier — ast unwillkürlich — der Worte Zu erinnern von jener Kraft, „die stets das Böse will und stets das Gute schafft". Denn sine ira et studio, ohne Voreingenommenheit und ohne jeden parteipolitischen Hintergedanken muß es rund bcraus gesagt sein, daß der, der öffentlich das Versprechen abgiebt, er wolle sein „Judenthum abstrcifen", der erklärt, die jüdischen Cemmilitonen seien „mit Freuden" bereit, „ihr Judenthum aufzugeben", daß der das Böse will. Von der Form, in die Herr College Dombrowski seine Auslassungen Zu kleiden beliebte, indem er treu und beharrlich von „wir" und .unser" redet, statt von „ich" und „mein", kann man füglich abschen. Denn entweder betrachtet Herr D. die von ihm beliebte Form als pluralis majestatis, und dagegen ließe sich dann nur cinwenden: de gustibus non est disputandum, oder aber — und das scheint mir das wahrscheinlichere — er sieht in sich thatsächlich den Sprecher der Gesammtheit der jüdischen Studentenschaft, den von allen oder doch von der Mehrheit anerkannten „Rufer im Streit". Aber auch wenn diese zweite Voraussetzung zutrifft — und sie entspricht ohne allen Zweifel der Wirklichkeit, denn Herr Dombrowski sprach ja u. a. von „den jüdischen Kommilitonen", die die schon oben citierte herzerfreuende Erklärung abgäben —' auch dann konnte man, wie gesagt, über derartige Aeußei urigen zur Tagesordnung übergehen, denn die verdiente Beurrheilung ist ihnen ja schon in reichstem Maße zu Theil geworden.