Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1902)
- Article
- Mitteilungen der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunst-Denkmäler [Rezension]
- Date
- 1902-06-01
- Page
- 401 (sequence 1)
- Language
- German
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Bücherschau. 401 Mcherschau. Mitteilungen der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunst- Denkmäler. Hest II. Dem im Jahre 1900 erschienenen, früher besprochenen I. Heft ist gegen Ende des Jahres 1901 ein zweites, ebenfalls mit vielen Abbildungen geschmücktes gefolgt. Herr Direktor Frauberger versucht in demselben das Wesentliche über Bau und Ausschmückung alter Synagogen im Zusammenhänge mitzuteilen. Da freilich von den unzweifelhaft vorhandenen vielen alten Synagogen erst „blutwenig" aufgesammelt und von dem im Bilde Aufgesammelten das Wenigste von berufsmäßigen Architekten untersucht worden ist, ist der Bericht kein vollständiger. Zu den im ersten Hefte erwähnten mittelalterlichen Synagogen kam in Jahresfrist nur ein jüdisches Haus in Barn St. Edmunds, das angeblich ein in den Besitz der Juden übergegangenes Kloster gewesen sein soll, ferner ein Bau in Rorwich, eine angebliche dritte gotbische Synagoge .in Trani und eine gothische Synagoge in Passau hinzu, ferner von späteren Bauten beachtenswerthe Gebäude in Lich in Hoffen, Brilon in Westfalen, endlich die sehr merkwürdige hölzerne Synagoge zu Bechhofen in Bayern, deren Inneres im 17. Jahrhundert von einem Juden vollständig ausgemalt worden ist. Herr Frauberger theilt seinen Aufsatz in o Abschnitte: 1. über den Tempclbezirk, 2. über die Außen- und H. über die Innenansichten der Svnagogen. Was zunächst den Tempelbezirk angeht, so war ja Zweifellos das Areal des Tempels in Jerusalem sehr groß, so daß auf dem unbebauten Raum Tausende von Personen Platz hatten. Aufzüge und Umzüge feien sehr häufig gewesen. Das Geschick der Juden in der Anordnung von solchen habe sich noch im Mittelalter bei den Aufzügen in Rom nach der Papstwahl, bei der von Gregorovius beschriebenen Prozession in l^orfu 1780 gezeigt. Die Umzüge mit den Thorahrollen innerhalb der Synagoge seien nur ein kümmerlicher Rest davon. In Deutschland finde sich nur ein Ln dieser Hinsicht mustergültiger Platz; es sei der Tempelbezirk in Fürth. „Wo solche Plätze vorhanden sind, können sich ungestört reizvolle und uralte Ceremonien des Cultus, die leider immer mehr abkommen, entwickeln; da kann im Freien das Gebet